Quantifizierung der Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs auf die Entwässerungskapazitäten an der Nordseeküste

Der Anstieg des Meeresspiegels wird die Entwässerung der tiefliegenden Gebiete entlang der Nordseeküste vor große Herausforderungen stellen. Eine Anpassung der Entwässerungssysteme ist dringend erforderlich, um die bestehenden Standards des Binnenhochwasserschutzes zu erhalten.

Die Marschgebiete an der Nordseeküste müssen aufgrund ihrer geringen Geländehöhen knapp über bzw. sogar unter dem mittleren Meeresspiegel kontinuierlich entwässert werden, um eine dauerhafte Nutzung der tief liegenden Flächen sicherzustellen. Ohne ein zuverlässiges Entwässerungsmanagement würde es bei ergiebigen Niederschlägen vor allem in den eingedeichten Küstenniederungen regelmäßig zu großflächigen Überschwemmungen kommen. Mit Beginn der Eindeichung vor ca. 1.000 Jahren ist daher mit den wachsenden Anforderungen an die Entwässerung ein komplexes und leistungsfähiges Entwässerungssystem entwickelt worden, welches die Besiedlung und Bewirtschaftung des Deichhinterlandes ermöglichte. Es besteht aus einem engmaschigen Netz an Entwässerungsgräben, Tiefs und Kanälen, die das überschüssige Niederschlagswasser zu den Entwässerungsbauwerken in der Deichlinie führen. Hier werden je nach Außenwasserstand zwei verschiedene Möglichkeiten der Entwässerung genutzt. Bei einem Außenwasserstand, der unter dem Binnenwasserstand liegt, wird mittels Sieltoren entwässert. 



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 09 (September 2023)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Prof. Dr. Helge Bormann
M.Sc. Jenny Kebschull
Dipl.-Ing. Jan Spiekermann

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