Verfahren zur Entgiftung von Industrieabwasser unter tropischen Bedingungen

In Vietnam existieren über 200 registrierte Industriezonen, die meisten bisher ohne funktionierendes Abwasserkonzept. Dezentrale Vorbehandlungsanlagen in Unternehmen sollen den störungsfreien Betrieb einer zentralen mechanisch-biologischen Kläranlage ermöglichen. Die Ausgangssituation wird analysiert. Reinigungstechnologien werden untersucht und bewertet.

Vietnam treibt die Industrialisierung mit hohen Wachstumsraten voran. So gibt es derzeit weit über 200 registrierte Industriezonen (IZ), für die allerdings in der Regel keine nachhaltig funktionierenden Abwasserkonzepte existieren. Dies hat zum Teil gravierende Folgen für Menschen und Umwelt. In der Stadt Can Tho im Mekongdelta wurde die IZ Tra Noc ausgewählt, um exemplarisch für alle weiteren IZ Vietnams in Form eines „Leuchtturmprojektes" ein Abwasserkonzept zu erarbeiten. In Tra Noc gelangen die zum Teil hoch belasteten Abwässer in der Regel unbehandelt in den Hau River, welcher flussabwärts als Rohwasser für das städtische Wasserwerk und die Region dient. Das mit Abwasser kontaminierte Flusswasser wird mit den jährlichen Monsun-Überschwemmungen zudem großflächig in der Region verteilt, was gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft mit zum Teil irreversiblen Umweltschäden zur Folge hat. Ergänzend zu KfW-Aktivitäten für ein mechanisch-biologisches Zentralklärwerk in der IZ Tra Noc wird deshalb ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Integriertes Abwasserkonzept für Industriezonen (AKIZ) entwickelt.

Ziel des Vorhabens ist es, quellnahe Maßnahmen zur Abwasservermeidung, -entgiftung und -verwertung durchzuführen, so dass die Entfernung von Giftstoffen, welche den Betrieb der Zentralkläranlage erschweren oder unmöglich machen würde sowie die Energiegewinnung (Biogasverstromung, Wärmenutzung) und die Wertstoffrückgewinnung mit Wasserrecycling, jeweils aus Abwasserteilströmen von Betrieben in der IZ Tra Noc ermöglicht wird.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11/2014 (November 2014)
Seiten: 7
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Timo Pittmann
Dipl.-Ing. Stephan Wasielewski
Dipl.-Ing. Ralf Minke

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Kalkmilch mit Mehrwert: Säure-Neutralisation von Abwässern
© Deutscher Fachverlag (DFV) (9/2010)
Zur Einhaltung von pH-Grenzwerten bei der Abwasserreinigung gibt es bereits eine Reihe von wirkungsvollen Reagenzien. Hier gilt es, auf Verbrauchsmengen, Wirtschaftlichkeit und leichtes Handling zu achten. Darauf zielt die neue Kalkmilch-Rezeptur von Rheinkalk ab.

Stabilität unterm Hydrosegel: Kommunale Abwasserreinigung mit nur einem Wasserkörper
© Deutscher Fachverlag (DFV) (9/2010)
Mit Anlagenkapazitäten zwischen 850 und 210.000 EW werden mit dem CWSBR -Verfahren seit zehn Jahren Spitzenleistungen in der kommunalen Abwasserreinigung erzielt. Neben Ihrer hohen Betriebsstabilität bei kurzen Bauzeiten möchte die Technologie durch ihren niedrigen Preis überzeugen. Die Technologie hat inzwischen Einzug bei vielen kommunalen Abwasserbehandlungsbetrieben gefunden.

Rieselstrom-Bioreaktor
© DIV Deutscher Industrieverlag GmbH (11/2009)
Ein modernes Verfahren zur effektiven Abwasserbehandlung

Phosphorrückgewinnung aus industriellen Abwässern – Das REPHOS®-Verfahren
© DIV Deutscher Industrieverlag GmbH (9/2009)
Dem Recycling von Rohstoffen aus industriellem Abwasser kommt als wesentlichem Beitrag zur Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit sowie zur Erfüllung der Ziele des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes in Zukunft immer mehr Bedeutung zu. Als Beispiele für heute praktizierte Methoden zum Rohstoff recycling aus Abwässern können die Verwertung von metallhaltigen Klärschlämmen oder auch die Aufbringung von Klärschlämmen auf landwirtschaftliche Flächen angeführt werden.

Is an Effective Recovery of Heavy Metals from Industrial Effluents Feasible?
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2016)
Metallic elements and their compounds represent, depending on their concentration and bioavailability, a potential hazard to the health of humans, animals, plants and other living organisms. Large volumes of water contaminated with heavy metals or radioactive elements are generated e.g. during mining processes or industrial productions. In general, legal limits are low and strict to ensure purifying of wastewater.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?