Vorkommen von Spurenstoffen in Kläranlagenzuläufen in Baden- Württemberg

Die Ergebnisse zweier Vorhaben erlauben eine Aussage zum flächendeckenden sowie dauerhaften Vorkommen von Spurenstoffen in den Zuläufen von Kläranlagen in Baden-Württemberg. Anhand von Frachtbetrachtungen lässt sich für die flächendeckend vorkommenden Spurenstoffe eine Art „Grundbelastung“ ausmachen. Liegt die Belastung einer Kläranlage darüber, deutet dies auf zusätzliche Einzeleinleiter hin.

Als ein bedeutender Eintragspfad für viele Spurenstoffe in die Gewässer werden kommunale Kläranlagen angesehen. Diese sind aufgrund der geschichtlichen Entwicklung der Abwasserreinigung technisch primär für den Rückhalt von Feststoffen, den biologischen Abbau von organischen Stoffen sowie die Elimination von Nährstoffen ausgelegt. Der überwiegende Anteil an Spurenstoffen wird jedoch mit den heutigen Reinigungsverfahren, auch wenn sie dem Stand der Technik entsprechen, nur in geringem Umfang oder gar nicht eliminiert [3]. Um diese Substanzen gezielt aus dem Abwasser zu entfernen, bedarf es daher einer zusätzlichen Reinigungsstufe. Als geeignet und technisch umsetzbar haben sich bislang Verfahren mit Einsatz von granulierter oder pulverförmiger Aktivkohle als auch die Ozonung erwiesen. Während in der Schweiz die Einführung von Maßnahmen zur Elimination von Spurenstoffen auf Kläranlagen als sogenannte „end of pipe“-Lösung mittlerweile gesetzlich beschlossen ist [6], wird diese Option in Deutschland bislang nur als zweitrangiger Lösungsansatz betrachtet. Gemäß den im Zeitraum 2016/17 im Rahmen eines Stakeholder-Dialogs erarbeiteten Empfehlungen zur Spurenstoffstrategie des Bundes sind zunächst quellen- sowie anwendungsorientierte Maßnahmen zu ergreifen, um den Eintrag dieser Substanzen in die Gewässer zu vermeiden bzw. zu reduzieren.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 06 - 2018 (Juni 2018)
Seiten: 10
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. (FH) Annette Rößler
Dipl.-Ing. Walter Rau
Dr.-Ing. Steffen Metzger

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