Deponieplanung des Landes Niedersachsen zur Sicherstellung der Abfallbeseitigung

Mit der Fortschreibung des Abfallwirtschaftsplans Niedersachsen wird gegenwärtig auch die Deponieplanung des Landes aktualisiert. Hierbei kommt es darauf an, anhand der zu erwartenden Abfallmassen und der regional unterschiedlich verfügbaren Deponiekapazitäten die mittelfristig erforderlichen Deponiekapazitäten darzustellen.

Niedersachsen ist ein Flächenland mit 47.700 km² Fläche und 7,9 Mio. Einwohnern. Trotz der in Deutschland bei vielen Abfallarten typischerweise hohen Verwertungsquote von etwa 90 % im Bereich der mineralischen Bauabfälle [1] verbleibt von den in der Fläche anfallenden mineralischen Abfällen ein relevantes Abfallaufkommen zur Beseitigung auf Deponien. Es bedarf eines ausreichenden Netzes an Deponien, um für die Ablagerung dieser Abfälle die gebotene Entsorgungssicherheit zu gewährleisten.


Grundlagen der Deponieplanung in Niedersachsen
Die Bewertung des Deponiebestandes und die Ermittlung des aus Sicht der Landesabfallplanung bestehenden Bedarfs zusätzlicher Ablagerungskapazitäten erfolgt auf Ebene des Abfallwirtschaftsplanes Niedersachsen, dessen Fortschreibung nach erfolgter An hörung der Öffentlichkeit zurzeit kurz bevor steht [2]. Im Plan erfolgt die Bewertung des Deponiebestandes, orientiert an den Deponieklassen gemäß Deponieverordnung (DepV) [3], wobei die Deponieklassen 0, I und II im Teilplan „Siedlungsabfälle und nicht gefährliche Abfälle“ [2a] betrachtet werden. Die Bedarfsprüfung betreffend die Deponieklasse III erfolgt im Teilplan „Sonderabfall und gefährliche Abfälle“ [2b]. Nachfolgend werden gesondert die Deponiekapazitäten der Klassen 0, I und II sowie das Erfordernis einer Deponie der Klasse III betrachtet. Die Deponieklassen bilden mit ihrer gestaffelten technischen Ausstattung die unterschiedlichen Schadstoffbelastungen im Abfall aufkommen zur Ablagerung ab. Damit bestehen ausreichende Barrieren zum Schutz der der Umwelt für das jeweils zugelassene Abfallspektrum [4], ohne dass mehr Aufwendungen gefordert werden, als bei den jeweiligen Belastungsgraden erforderlich ist. Dies gewährleistet, dass – eine ausreichend differenzierte Deponielandschaft vorausgesetzt – die jeweiligen Abfälle zu angemessenen Kosten beseitigt werden können. Der nachfolgende Beitrag befasst sich mit den Kapazitäten der öffentlich zugänglichen Deponien. Im Abfallwirtschaftsplan sind auch die betriebseigenen Deponien dargestellt. Einer Einbeziehung dieser Deponien in die landesweite Bedarfsbetrachtung in den Deponieklassen bedarf es aber nicht. Es steht in der Eigenverantwortung der Betreiber, für die entsprechenden, fortgesetzt an fallenden Abfälle rechtzeitig Anschlusskapazitäten zu schaffen. Deshalb werden die betriebseigenen Deponien in diesem Beitrag nicht weiter beleuchtet.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 05 - 2019 (Mai 2019)
Seiten: 8
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Gunther Weyer
Joachim Reinkens

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