Konfektionierung und Vergasung unterschiedlicher Ersatzbrennstoffqualitäten

Die energetische sowie stoffliche Verwertung von Abfällen erlangt in Hinblick auf die Einhaltung umwelt- sowie abfallpolitischer Zielsetzungen zur Reduktion klimarelevanter Treibhaus-gase immer größere Bedeutung. Im Falle des Einsatzes biogener Abfallströme können diese sowohl aufgrund ihrer lokalen Verfügbarkeit als auch in Hinblick auf CO2-Neutralität zu einer Verfolgung klimapolitischer Vorgaben und Zielsetzungen und einer Reduktion der Abhängig-keit fossiler Energieträger beitragen.

Der direkte Einsatz fester Ersatzbrennstoffe ist in einigen Industriebranchen aufgrund des direkten Produkteinflusses der Verbrennungsrückstände problematisch. Die Ver-gasung von Abfallstoffen kann aufgrund der Vermeidung des direkten Produkteinflusses sowie der Gewährleistung eines konstanten Energiegehaltes Vorteile bieten, die Ausgangsstoffe be-dürfen jedoch ebenfalls einer geeigneten Aufbereitung um anlagenspezifischen Qualitätsanfor-derungen zu entsprechen. Das Ziel dieses Beitrages liegt in der Darstellung der Aufbereitung der verwendeten Abfallfraktionen durch den Einsatz NIR-sensorbasierter Sortierung, welche die Erzeugung sortenreiner Materialströme (Reinheiten > 90 %) ermöglicht. Die eingesetzten Abfallfraktionen erforderten aufgrund ihrer Erweichungs- und Entgasungseigenschaften bei der Durchführung der Vergasungsversuche die Beimischung eines Referenzsubstrats (Strohpellets). Es erfolgt eine Darstellung der erreichten Rohgasqualitäten für die zwei betrachteten Aus-gangsstoffströme. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten für die erzeugten Produktgase, die jedoch durch Verunreinigungen (S-, N- und Cl-Ver-bindungen) limitiert wird und eine zusätzliche Optimierung des Vergasungsprozesses (z.B. zu-sätzliche Gasreinigungsstufen) erfordert.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Depotech 2012 (November 2012)
Seiten: 6
Autor: Dipl.-Ing. Manuel Sommer
Markus Kleinhappl
Prof. Dr. Arne Michael Ragoßnig

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