Phosphorrückgewinnung: Eine aktualisierte Verfahrens- und Situationsübersicht

Durch die Novellierung der Abfallklärschlammverordnung (AbfKlärV) hat sich in Deutschland in den letzten Jahren einiges im Bereich der Phosphorrückgewinnung getan. Zahlreiche Technologieanbieter entwickeln ihre Anlagen, mit dem Ziel, eine großtechnische Phosphorrückgewinnung zu betreiben.

Wichtig ist dabei, den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind jedoch nicht immer eindeutig auszulegen. So hat nach AbfKlärV der Klärschlammerzeuger seinen Klärschlamm möglichst hochwertig zu verwerten, wobei eine Rückgewinnung des Phosphors und eine Rückführung des gewonnenen Phosphors oder der phosphorhaltigen Klärschlammverbrennungsasche in den Wirtschaftskreislauf anzustreben ist (§ 3 AbfKlärV). Unberücksichtigt von der AbfKlärV bleibt die Phosphor-Abreicherung in der dem Wasserrecht unterliegenden Abwasserphase und alle in dieser Phase ansetzenden P-Rückgewinnungsverfahren, die mit der Maßgabe < 20 g P/kg TM der Klärschlamm-Mitverbrennung zuarbeiten. Doch entspricht das dem Kreislaufgedanken und dem Ziel langfristig die natürlichen Ressourcen zu schonen?

Gegenwärtig haben die Kläranlagenbetreiber primär Probleme bei der Entsorgung ihres Klärschlamms. Durch die Einschränkungen der Düngeverordnung sind aktuell Engpässe bis hin zu Notständen in einzelnen Kommunen und Ländern Deutschlands zu verzeichnen.

Auch ein Blick auf europäische Verordnungen ist wichtig. Was machen andere europäische Länder im Bereich der Phosphorrückgewinnung? Denn Düngemittel können auch als „EU-Düngemittel“ nach den Vorgaben der EU-Düngemittelverordnung oder im Rahmen der gegenseitigen Anerkennung auf Basis des Düngerechts eines anderen EU-Mitgliedsstaates auf den Markt gebracht werden.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 32. Abfall- und Ressourcenforum 2021 (Oktober 2021)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 3,50
Autor: Tabea Knickel

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