Deponiewirtschaft heute und morgen – Potenziale, Problemfelder und Chancen

In den meisten Bundesländern besteht zumindest heute schon regionaler Deponiebedarf. Wenn zeitnah keine neuen Deponien hinzukommen, nähern sich einige Bundesländer sehr schnell dem Entsorgungsnotstand. Angesichts des gewaltigen jährlichen Massenstroms an mineralischen Abfällen würde eine Teilverschiebung in Folge von Rechtsänderungen sehr schnell zum Entsorgungsnotstand in einigen Bundesländern führen. Vermeidbar wäre dies nur, wenn nach heutigem Wissensstand bundesweit rund 50 Mio. m3 jährlich neue Deponiekapazität geschaffen würde. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern und den jeweiligen Deponieklassen zu berücksichtigen. Vielfach ist die Datenlage in den Bundesländern unklar, zumindest aber nicht eindeutig und muss verbessert werden. Einige Bedarfsgutachten liegen inzwischen vor oder sind beauftragt.

Im letzten Jahr habe ich Sie über die Deponiesituation in den einzelnen Bundesländern informiert und Ihnen insbesondere die regionalen Deponieengpässe – gemessen an der permanent nachzuweisenden zehnjährigen Entsorgungssicherheit – dargelegt. Was ist seither passiert?

Zunehmend macht sich ein Problembewusstsein breit; leider noch nicht in allen Bundesländern. Große Bundesverbände, die auf eine geordnete Entsorgung angewiesen sind, haben das Thema erkannt und verinnerlicht. Die Schlussfolgerung daraus: Es muss rechtzeitig neuer Deponieraum geschaffen werden, wenn die Entsorgungssicherheit auch künftig ein wesentlicher Standortfaktor Deutschlands bleiben soll.

Die Herstellung einer solchen Entsorgungssicherheit wird aber offenbar nicht in eigener Verantwortung gesehen. Nur Großbetriebe, wie beispielsweise CURRENTA oder BASF, betreiben Deponien in eigener Verantwortung. Gerade für Mittelständler scheint aber die Schaffung neuen Deponieraums – trotz konkreten Bedarfs – ein nicht lösbares Problem darzustellen. Stattdessen wird entsprechendes Angebot von den entsorgungspflichtigen Körperschaften erwartet.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 29. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum (Mai 2017)
Seiten: 13
Preis: € 6,50
Autor: Hartmut Haeming

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