Vermarktungsalternativen für Komposte außerhalb der Landwirtschaft

Viele Betreiber insbesondere von größeren Biogut-Behandlungsanlagen benötigen die Landwirtschaft zur Sicherung einer kontinuierlichen Kompostvermarktung. Der Kompostverkauf in die Marktsegmente „Erdenwerke“, „Garten- und Landschaftsbau“ sowie „Hobbygarten“ kann insbesondere für Grüngutkompostierungsanlagen einen wesentlichen Beitrag zur Kompostvermarktung leisten. In der Regel sind für diese Marktsegmente bei höheren Verkaufserlösen ein größerer Aufwand bei der Herstellung der Produkte und ein größerer Personalaufwand für Beratung und Verkauf erforderlich.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2015 in Deutschland aus 2.260 Bioabfallbehandlungsanlagen insgesamt 3,96 Mio. t Kompost- und 4,09 Mio. t Gärprodukte abgesetzt. Bei der Vermarktung der aus Bioabfällen hergestellten organischen Dünger stellt die Landwirtschaft den mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt dar. 62 % (2,45 Mio. t) der gesamten Kompost- und nahezu 100 % der Gärprodukte wurden zu landwirtschaftlichen Düngungszwecken eingesetzt.

Die differenzierte Betrachtung der Kompostierungsanlagen zeigt, dass 51 % der auf Grüngutkompostierungsanlagen hergestellten Kompostprodukte außerhalb der Landwirtschaft vermarktet werden. Nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamts werden dagegen nur 29 % der auf Bioabfallkompostierungsanlagen und 18 % der auf Vergärungsanlagen hergestellten Kompostprodukte außerhalb der Landwirtschaft verwertet.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: Biomasse-Forum 2018 (November 2018)
Seiten: 5
Preis: € 2,50
Autor: Dipl. agr. Ing. Michael Schneider
Sarah Röhlen
Christopher Abel

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