Membranbioreaktor zur Reinigung von Oberflächenwasser eines Abfallbehandlungsbetriebs

Bei Abfallbehandlungsbetrieben ist Niederschlagswasser aufgrund der Lagerung von Abfällen im Freien im Regelfall organisch und anorganisch erheblich belastet. Nach dem Stand der Technik ist anthropogen verunreinigtes Niederschlagswasser vor der Direkteinleitung zu reinigen. Die stark schwankenden Quantitäten und Qualitäten des Oberflächenwassers stellen jedoch hohe Anforderungen an die Reinigungstechnologie. In Membranbioreaktoren (MBR) wird biologische Abwasserreinigung mit Membrantechnik zum vollständigen Rückhalt von Biomasse und Partikeln kombiniert. Am Standort des Abfallbehandlungsbetriebes wurde dieses Verfahren zunächst pilotiert und anschließend wurde darauf aufbauend die Großanlage wasserrechtlich bewilligt, errichtet und in Betrieb genommen. Die Grenzwerte für die Direkteinleitung werden seit Beginn stets gleichbleibend stabil eingehalten. Selbst längere Zeiten ohne Durchsatz in Folge von Trockenperioden, die kalte Winterperiode oder plötzliche hohe hydraulische Belastungsstöße zeigen weder auf die biologische Reinigungsleistung noch auf die Permeabilität der Membran negative Auswirkungen.

Eine Einleitung der Regenwässer ist in Österreich grundsätzlich nur in Regenwasser- oder Mischkanalisation zulässig (vgl. Stmk. Kanalgesetz 1988 (Steiermärkische Landesregierung, 1988), §4 Abs. 2). Niederschlagswasser mit anthropogenen Verunreinigungen ist gemäß Allgemeiner Abwasseremissionsverordnung (AAEV) (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, 1996), §3 Abs. 4 nach dem Stand der Technik und unter Berücksichtigung der Forderung der Erhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit des betroffenen Fließgewässers vor der Direkteinleitung zu reinigen. Die re-levanten Vorschriften und die Grenzwerte sind in der AEV Abfallbehandlung (Bundes-ministerium für Land- und Forstwirtschaft, 1999), sowie in der QZV Chemie OG (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, 2006) und QZV Ökologie OG (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Um-welt und Wasserwirtschaft, 2010) festgelegt.
Gemäß dem Stand der Technik wird bei Regenereignissen der sogenannte Spülstoß, das ist das Oberflächenwasser, welches während der ersten 15 Minuten anfällt, in Speicherbecken aufgefangen und muss in Folge vor der Ableitung in den Vorfluter gereinigt werden, da die ausschließliche Sedimentation im Speicherbecken keine Grenzwerteinhaltung gewährleistet. Die Wasserqualität nach dem reinigenden Spül-stoß lässt im Regelfall dann bereits die Direkteinleitung zu, sodass dieses Wasser nicht mehr in die Speicherbecken geleitet werden muss.



Copyright: © Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben
Quelle: Recy & Depotech 2020 (November 2020)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 3,00
Autor: Bernhard Mayr
Teresa Garstenauer

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