Vergleichende Untersuchungen zur Mutagenität von Dieselabgasen

Zur Mutagenität von Dieselabgasen existieren intensiv diskutierte Studien. So zeigte unter anderem die gemeinsame Untersuchungen der Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), der FH Coburg – FB Physikalische Technik und Allgemeinwissenschaften und der Universität Göttingen - Zentrum für Arbeits- und Sozialmedizin an einem Mercedes Benz OM 906 Motor der Emissionsklasse EURO III für Rapsöl eine deutliche Zunahme der Mutagenität der partikulären Phase für Rapsöl gegenüber Dieselkraftstoff. Um zukünftig Ergebnisse einheitlich bewerten und vergleichen zu können, ist die Standardisierung der Probennahme inkl. Ort der Messstelle, etwa in Anlehnung an dem hier bereits durchgeführten Verfahren, unabdingbar.

Die Untersuchungen an verschiedenen Fahrzeugen zeigten bisher keinen deutlichen Unterschied zwischen den Biokraftstoffen und dem Referenzkraftstoff Diesel. Die ermittelten Ergebnisse lagen alle im Bereich der Nachweisgrenze (bei TA 98 ca. 20-30 Revertanten pro Platte und bei TA 100 ca. 120-140 Revertanten pro Platte) und weisen somit auf eine Mutagenität auf niedrigem Niveau hin. Bei der Untersuchung der Emissionsproben erwies sich der Salmonella Stamm TA 98 sensitiver als der Stamm TA 100. Aus diesem Grund konnten bei einigen Messreihen erbgutverändernde Wirkungen nur mit Hilfe von TA 98 ermittelt werden. Eine Aktivität von Direktmutagenen für den verwendeten EURO V NFZ konnte nicht gefunden werden, jedoch wurde eine Zunahme der Prämutagene für das verwendete Pflanzenöl für die Teststämme TA 98 und TA 100 gefunden. Der Unterschied zu dem Referenzkraftstoff Diesel war jedoch nicht deutlich.Die ermittelte Mutagenität (direkt und indirekt) für das Euro V PKW Dieselfahrzeug war sehr gering bzw. knapp oberhalb der Bestimmungsgrenze für TA 98 (20-30 Revertanten pro Platte). Für den untersuchten Step III A Schleppermotor konnte ein schwach ausgeprägtes Ergebnis für direkte Mutagenität erzielt werden, aber auch hier waren das Revertantenniveau und die Unterschiede zum Dieselkraftstoff gering. Die PAH Untersuchung zeigte ein ähnliches Bild wobei der Dieselkraftstoff einen wesentlich höheren Gehalt an PAH aufweist.



Copyright: © Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock
Quelle: 6. Rostocker Bioenergieforum (Juni 2012)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Karl-Werner Schramm
Josie Kunze
Dr. Jürgen Blassnegger
Dr. Michael Urbanek

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