Betriebsstrategien für Biogasanlagen – Zielkonflikt zwischen netzdienlichem und wirtschaftlich orientiertem Betrieb

In einem intelligenten Energiesystem müssen „Smart Grid“ und „Smart Market“ Hand in Hand gehen (Aichele et. al, 2014). Änderungen am rechtlichen Rahmen, insbesondere im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) haben zum Ziel, die Anforderungen zur Erhöhung der Erzeugung erneuerbarer Energien (EE) sowie zur Markt- und Systemintegration von EE in Einklang zu bringen (siehe hierzu Schwarz, 2014). Dies entscheidet, ob der Betrieb einer modernen EE-Anlage sowohl die Maximierung eigener Gewinne (Smart Market) als auch die Entlastung der übergeordneten Netze (Smart Grid) zum Ziel haben kann oder auf nur einen Aspekte ausgerichtet ist.

Im Mittelpunkt dieser interdisziplinären Arbeit steht der landwirtschaftliche Biogasproduzent: Er kann die mittels seiner Anlage bereitgestellte elektrische Energiebetriebswirtschaftlich orientiert selbst nutzen oder aber die Austauschleistung zum vorgelagerten Netz durch die Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch netzdienlich gestalten. Durch eine zweistufige Simulation der Netzauswirkungen und des Betriebsverhaltens werden die Differenzen hinsichtlich der Belastung des Netzes bzw. der finanziellen Einbußen des Landwirts quantifiziert. Es wird deutlich, dass keines der rechtlich-regulatorischen Anreizsysteme eine netzdienliche Fahrweise begünstigt.



Copyright: © Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät Universität Rostock
Quelle: 9. Rostocker Bioenergieforum (Juni 2015)
Seiten: 13
Autor: Carola Bettinger
Prof. Dr. Clemens Fuchs
Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Beck
M. Sc. Katharina Schock
Verena Schild

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