Die Rolle der Tiefen Geothermie im deutschen Wärmemarkt: Technologie, Rahmenbedingungen, Status und Zukunft

Der Markt der Tiefen Geothermie in Deutschland war vor Einführung der Einspeisevergütung für geothermisch erzeugte Energie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Jahr 2000 von Wärmeprojekten geprägt. Nach der Novellierung des Gesetzes und mit dem politischen Fokus, mehr Erneuerbare Energien in die Stromerzeugung zu integrieren, stellen die geothermischen Strom- und Kraft-Wärme Kopplungsprojekte die Treiber der Entwicklung auf dem Geothermiemarkt dar. Die Herausforderungen der geothermischen Stromproduktion – insbesondere das Fündigkeitsrisiko hoher Temperaturen und Förderraten – und die aktuelle klima- und gesellschaftspolitische Fragestellung zur regenerativen Gestaltung der Wärme- und Kälteerzeugung rücken die geothermische Wärmeerzeugung aktuell wieder in den Vordergrund.

Der Wärmesektor trägt heute den größten Teil zum Endenergieverbrauch in Deutschland bei. Neben weiteren zukunftsfähigen Optionen wie „Power to heat“ aus regenerativem Strom, der Nutzung von industrieller Abwärme oder solarthermischer Energie steht die Erdwärme als grundlastfähige und nachhaltige Wärmequelle bereits kurzfristig dafür zur Verfügung.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 04 - 2016 (April 2016)
Seiten: 6
Preis: € 6,00
Autor: Dr. Horst Kreuter
Christina Baisch
Dr. Dorothea Reyer

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