Lockruf aus dem Osten -Umweltmarkt China mit Chancen und Risiken für Unternehmen

China ist in aller Munde; der angeblich größte Markt der Zukunft scheint für jede deutsche Firma, unabhängig vom Produkt, die Lösung aller heimischen Probleme zu bedeuten.

25.02.2006 Dass dem nicht so ist, spüren viele Unternehmen erst nach finanziell aufwändigem Engagement vor Ort. Mehr denn je ist daher sorgfältig abzuwägen, ob ein Markteintritt in den chinesischen Markt tatsächlich ratsam ist. Der Autor berät seit 20 Jahren deutsche Firmen bei ihrem China-Engagement und kann Möglichkeiten, aber auch Risiken daher aus dieser Erfahrung heraus skizzieren.
 
Auch wenn die Industrialisierung in China eine Geschichte von bestenfalls 50 Jahren hat, so nimmt doch die Umweltverschmutzung in einem unvorstellbaren Ausmaß zu. Es handelt sich im Wesentlichen um die Problembereiche Bodenerosion, Wasser- und Luftverschmutzung sowie die Waldzerstörung und die Desertifikation. Die derzeitige Gesetzgebung konzentriert sich primär auf die Eindämmung der Umweltverschmutzung und weniger auf vorbeugende oder erhaltende Maßnahmen. Diese müssen zukünftig in den Vordergrund rücken, müssen detaillierter und vor allem konsequenter umgesetzt und kontrolliert werden. Positiv zu vermerken ist, dass die Thematik zunehmend in das Bewusstsein der Menschen rückt und nach Aussage des Staatlichen Amtes für Umweltschutz neben Bildung, Arbeitsmarkt, sozialer Sicherheit etc. zu den Problemen gehört, die in der Bevölkerung als solche wahrgenommen werden.

Die Verantwortung für Umweltfragen wird aber nach wie vor der Regierung übertragen und vom Einzelnen nicht als seine eigene Aufgabe interpretiert. Die staatlichen Stellen sind mit dieser Aufgabe weitgehend überfordert, verfügen über nur unzureichend qualifiziertes Personal und ganz allgemein wenig Know-how. Die Hersteller problematischer Produkte wie des elektronischen Mülls sollen nun zunehmend in die Verantwortung genommen werden, und selbst für die Entsorgung ihrer Produkte sorgen. Ziel ist die Motivation dieser Unternehmen, umweltfreundliche Produkte herzustellen bzw. recyclingfähige Teile zu verwenden.

Diese problematische Situation eröffnet ausländischen Unternehmen interessante Chancen auf dem chinesischen Markt. Einige Beispiele mögen den Status quo verdeutlichen:

7 von 10 Städten mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit liegen in China.

In den Städten ist eine überdurchschnittlich hohe Lärmbelastung zu messen.

Das Festabfall-Aufkommen der Haushalte wuchs in den vergangenen Jahren (bis 2000) um ca. 12 Prozent jährlich.


An dieser Stelle sei ein kurzer Hinweis zu den folgenden Zahlen erlaubt. Sie stammen aus den publizierten chinesischen Statistiken, wie sie in China auf Chinesisch (und teils auf Englisch) zugänglich sind; andere Zahlen liegen schlicht nicht vor. Wir können daher eine gewisse Unzuverlässigkeit unterstellen; für ein unternehmerisches Engagement im Markt sind eigene Werte zu erheben. Als Grundlage für allgemeine Informationen mögen die Zahlen aber genügen. So produzieren die chinesischen Städte derzeit etwa 150 Mio. Tonnen Abfälle pro Jahr, von denen aber nur die Hälfte behandelt wird. Auf den Müllhalden Chinas liegen schätzungsweise 6 Mrd. Tonnen Abfall. Die Menge an produziertem Hausmüll stieg zwischen 2000 und 2004 von etwas über 100 Mio. Tonnen auf 150 Mio. Tonnen. In den Megastädten Beijing, Shanghai und Guangzhou (Kanton) handelt es sich bei etwa der Hälfte dieser Mengen um Küchenabfälle. Vor allem die produzierten Papier- und Plastikabfälle nehmen ebenfalls signifikant zu. Im industriellen Bereich stellt sich die Entwicklung vergleichbar dar. Hier berichten die offiziellen Quellen von einer Zunahme von festem industriellem Abfall von ca. 800 Mio. Tonnen auf 1200 Mio. Tonnen im genannten Zeitraum.

Zuständig für die gesamte Entsorgung sind die Umweltabteilungen der jeweiligen Stadtverwaltungen. Aufgrund der oben genannten Unfähigkeit, mit diesem Problem adäquat umzugehen, wird die Hälfte des Mülls direkt auf eine Halde gebracht und dort dauerhaft gelagert, oft ohne ausreichende Behandlung oder Schutz des Grundwassers. Die andere Hälfte wird teils behandelt, teils zunächst zwischengelagert.

Eine Ursache für die mangelnde sachgemäße Behandlung des Mülls sind die fehlenden finanziellen Ressourcen, da die Verursacher des Mülls nicht in ausreichendem Maße für diesen Gebühren entrichten. Die Stadtregierungen müssen die Müllentsorgungsunternehmen daher subventionieren. Erst seit wenigen Jahren wurden die entsprechenden Gebühren signifikant angehoben; nicht zuletzt aus erzieherischen Gründen.


Um zukünftig das Problem der Abfallbeseitigung besser zu kontrollieren, werden zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Natürlich sollen die anfallenden Mengen reduziert werden; daneben ist aber auch geplant, die Möglichkeiten (sprich Kapazitäten) für die Abfallbehandlung auszubauen und das Recycling zu fördern. Das Thema Recycling soll daher nun am Beispiel der PET-Flaschen einmal beleuchtet werden.

Seit Einführung des Dosenpfands in Deutschland hat sich ein schwungvoller Handel gebrauchter PET-Flaschen mit China entwickelt. Statt in Deutschland recycelt zu werden, werden die Flaschen gepresst und dann fast 20.000 km um die Welt gefahren, um dann als Textilien (Fleece) zu uns zurückzukehren. Aus ca. 30 Flaschen kann man einen Pullover herstellen; die zermahlenen Flaschen lassen sich weiterverarbeitet zu Fasern spinnen. Inzwischen kostet gebrauchtes PET nur ein Viertel des Neupreises; China kann daher extrem günstig Rohstoff für die Textilproduktion besorgen. Das andererseits für neue Flaschen benötigte PET ist teuer; die Produktion von PET-Flaschen ist in China durch den raschen Anstieg des Lebenshaltungsniveaus auf ca. 15 Mrd. Flaschen (2004) gestiegen. Neben Saft- und Wasserflaschen werden auch zunehmend Flaschen für Kosmetika benötigt. Die in China anfallenden PET-Flaschen werden daher praktisch ausnahmslos recycelt. Deutsche Recyclingbetriebe haben zunehmend Probleme, sich Nachschub zu besorgen. China kauft den Markt leer. Schließlich bieten die Chinesen bessere Preise, da die dortigen Umweltauflagen nicht den hohen deutschen Anforderungen entsprechen.

China hat erkannt, dass es in praktisch allen Umweltschutzbereichen einen hohen Bedarf an ausländischem Know-how und Produkten hat. Im Bereich Wasser werden Reinigungsausrüstung, Filter und Bohrgeräte benötigt, beim Abwasser sind es Kläranlagen und eine biochemische Ausrüstung, bei der Abfallbehandlung bedarf es Müllverwertungsanlagen und Abfallsammlungssysteme. Des Weiteren besteht hoher Investitionsbedarf in den Bereichen Luft, Lärm und Energie.


Wie kann ein Markteintritt in China nun aussehen? Für interessierte Unternehmen bieten sich verschiedene Wege für ein Engagement im chinesischen Markt an. Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden, hier nur ansatzweise erläuterten Varianten:

Liefergeschäft: Nach entsprechenden Studien über das Marktumfeld und die Wettbewerbssituation sind Informationen über einschlägige Projekte einzuholen, die Entscheidungswege im behördlichen und politischen Umfeld zu klären und vor Ort Personen zu identifizieren, die die Kontakte zu den Entscheidungsträgern etablieren und pflegen. Dieses ,Networking' stellt den wichtigsten und zugleich schwierigsten Teil der Ausschreibung dar. Die potentiellen Finanzierungsinstitutionen sind zu kontaktieren und in den Prozess zu involvieren. Hierbei kommen ausländische Konstrukte (Weltbank, ADB, KfW etc.) ebenso in Frage wie chinesische Organisationen. Kriterien für die Vergabe von Umweltschutzprojekten in China sind beispielsweise das Ansehen des Bewerbers; einschlägige Referenzprojekte haben einen hohen Stellenwert. Auch der Anteil lokal gefertigter Produkte ("local content") fließt in die Beurteilung mit ein; schließlich sind erneut persönliche Beziehungen als wohl wichtigstes Entscheidungskriterium zu nennen (auch wenn Ihnen das niemand offiziell bestätigen wird).

Rep. Office, Wholly foreign owned enterprise (WFOE, 100-prozentige Tochtergesellschaft) und Joint Ventures (JV): Die üblichen, zur Gründung obiger Gesellschaftsformen benötigen Schritte sollen hier nicht erläutert werden. Wichtig zu wissen ist, dass es fast keine Produktbeschränkungen für FIE (Foreign Invested Enterprises) mehr gibt. Neben den rein juristisch erforderlichen Schritten sind die folgenden Punkte zu beachten:

Die Erstellung einer detaillierten Markt- und Wettbewerbsanalyse

Sorgfältige Standortwahl (zahlreiche Kriterien wie Infrastruktur, Energieversorgung, lokale Disparitäten)

Ausbau einer Lieferanten- und Vertriebsstruktur

Evtl. Due diligence (Bewertung des chinesischen Partners)

Deutsche Unternehmen und Produkte genießen in China (u. a. aus historischen Gründen) ein sehr hohes Ansehen hinsichtlich ihrer technischen Qualität und Zuverlässigkeit. Dies gilt für potentielle Konsumenten in China ebenso wie für die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik. Diesen Bonus gegenüber anderen westlichen Wettbewerbern gilt es zu nutzen; nicht nur im internationalen, sondern auch im europäischen Wettbewerb eröffnen sich hierdurch gute Chancen. Die Marktrisiken sollen dabei aber nicht heruntergespielt werden.

Zu den Hauptproblemen ausländischer Anbieter zählen:

1) Fehlende Marktnähe: Ausschreibungen werden in China oft nach für westliche Interessenten undurchsichtigen Kriterien und Verfahren durchgeführt. Ohne den direkten Zugang zu den relevanten Entscheidungsträgern ist eine korrekte und termingerechte Teilnahme oft fast unmöglich, da wichtige Entscheidungen bereits im Vorfeld von Projektausschreibungen fallen.

2) Die Anbietersituation speziell in Deutschland ist überwiegend mittelständisch geprägt. Hierbei fehlen häufig die benötigen Ressourcen hinsichtlich Personal und Finanzen, um die geforderten Investitionsstrukturen vor Ort zu etablieren.

3) Auf chinesischer Seite besteht eine starke Fokussierung auf den Preis; die bei deutschen Exportprodukten meist hohe Qualität kann nur schwer mit den lokal hergestellten Produkten ausländischer Mitbewerber konkurrieren.

Für den Markterfolg ist daher zu beachten, dass eine gründliche Vorbereitung Grundvoraussetzung ist; dies gilt für Marktinformationen ebenso wie für interkulturelle Schulungen zum Umgang mit chinesischen Geschäftspartnern wie auch in der Erstellung chinesischsprachiger Unterlagen (Visitenkarten, Company profile, chinesischer Firmenname). Ohne eine ständig vor Ort präsente Vertretung oder zumindest Person bestehen wenig Erfolgsaussichten; aus den oben genannten Gründen ist einem reinen Exportgeschäft wenig Erfolg beschieden und ein längerfristiges Engagement erfordert ohnehin die Etablierung einer der vorgestellten Gesellschaftsformen.

Ferner erhöht die Einbindung lokaler Zulieferer die Erfolgsaussichten signifikant. Im Bereich Müllaufbereitung und Abwasser erscheint eine Zusammenarbeit zwischen Industrie und Finanzinstitutionen sinnvoll, da die hohen Kosten seitens der Städte meist nicht getragen werden können. Das Ziel muss ein langfristiges Engagement sein; schnelle Erfolge sind selten, gründliche Pflege des Beziehungsnetzwerkes ist absolut notwendig. Diese "Guanxi" genannten intensiven Beziehungen zu chinesischen Partnern und Behörden erfordern einen hohen Zeitaufwand und werden von ausländischen Investoren oft in ihrer Relevanz unterschätzt.

Unter Beachtung dieser Punkte ist eine erfolgreiche Teilnahme an Ausschreibungen und auch ein eigenes Engagement im chinesischen Markt durchaus spannend.

Dr. Manuel Vermeer
Zusatzinformation Weiterführende Links und Adressen
www.chinacom.de (Deutsche Unternehmensberatung für den chinesischen Markt mit über 20-jähriger Erfahrung; Ansprechpartner für alle Fragen des Markteintritts, für interkulturelle Seminare, Übersetzungen und Personalsuche China).

www.ahk-china.org (Außenhandelskammer in Beijing, Shanghai und Guangzhou. Hilfe bei Markteintritt).

www.germancentre.de (German Centre in Beijing und Shanghai. Unterstützung beim Markteintritt, Büroservice etc.)

www.zhb.gov.cn (State Environmental Protection Administration (SEPA). Statistiken, Nachrichten etc.)

www.reachchina.net (Journal of Resources, Environment and China)

www.chinaenvironment.com (Zahlreiche Informationen zum Umweltmarkt)
Autor: Martin Boeckh
Zusatzinformation Recyclingmaterialien nach China
Karl-Heinz Florenz (CDU), Vorsitzender des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, drängt die Europäische Kommission, bei den kontinuierlichen Gesprächen mit chinesischen Wirtschaftsdelegationen mit Blick auf den Handel mit Recyclingmaterialien stärker die umweltpolitische Komponente der Abfallbehandlung zu betonen. "Das geschieht vor allem im Interesse des europäischen Standortes. Die ökologische Situation in China ist haarsträubend und kann ökonomisch für die europäische Recyclingindustrie Existenz bedrohend werden", so Florenz auf einer internationalen Tagung zum Recycling von Altautos, Elektronikabfällen und Batterien in Shanghai. China brauche vergleichbare Recyclingstandards wie in Deutschland und Europa, um den Export von Sekundärrohstoffen zu bremsen.

Der Politiker war erstaunt, wie sehr die Chinesen die ökologische Komponente des Recyclings betonten, obwohl die Standards trotz der erfreulichen Übernahme von europäischer Abfallgesetzgebung bekanntermaßen nicht mit denen europäischer Anlagen verglichen werden könnten. China brauche Recyclingmaterial für das enorme Wirtschaftswachstum. Aber seien die Edelmetalle erst mal von der Platine gelöst, komme der Rest des Computers in den Holzofen. Von einheitlichen Standard könne demnach keine Rede sein.

Florenz mahnte eine ehrliche Debatte über den Export von recyclingfähigem Material aus Europa nach China an. Die anstehende Reform des europäischen Abfallrechts müsse dringend auch als Chance zu einer Debatte genutzt werden, wie zukünftig verhindert werden könne, dass Recyclingabfälle weiter in großen Mengen nach China exportiert würden, statt in Deutschland oder der EU recycelt zu werden. Die hohen Umweltstandards in Europa könnten dabei zu einem Hebel werden, der den Verlust an Sekundärrohstoffen bremsen würde. Dazu müsse die Kommission, aber auch die Mitgliedstaaten vor allem die illegale Ausfuhr von Abfällen nach China schärfer kontrollieren und das Umweltdumping als ernstes Problem anerkennen. boe
Autor Martin Boeckh
 
Zusatzinformation Deutsch-Chinesisches Umweltforum
Rund 300 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nahmen in Qingdao am 2. Deutsch-Chinesischen Umweltforum teil. Deutschland sei der beste Partner Chinas beim Umweltschutz und China werde die Projekte deutscher Unternehmen "mit erster Priorität" behandeln, versicherte der chinesische Umweltminister Zhu Guangyao. Im Mittelpunkt des Forums stand die Zusammenarbeit bei einer nachhaltigen Energieversorgung, insbesondere beim Ausbau der erneuerbaren Energien. China hat den Ausbau erneuerbarer Energien beispielhaft vorangetrieben, vor allem durch das Einspeisegesetz und ambitionierte Ausbauziele: Das Land will den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 15 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs steigern. Die Windenergie soll in den nächsten 15 Jahren auf 30 Gigawatt ausgebaut werden. Das ist das Dreißigfache der heutigen Kapazitäten. Im Solar-Warmwasser-Sektor ist China mit 60 Prozent der global installierten Kapazität bereits Marktführer. Weitere Themen der Konferenz waren Ressourceneffizienz, Stoffkreislaufwirtschaft und die Entwicklung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster.

Die Umweltkonferenz in Qingdao fungierte auch als Kontaktbörse für deutsche Unternehmen und chinesische Auftraggeber, um gemeinsame Umweltschutzprojekte anzubahnen und zu verabreden. Am Rande des Umweltforums in Qingdao wurden sieben gemeinsame Klimaschutz-Projekte unterzeichnet, darunter das Biogas-Projekt in Qingdao zu Planung, Bau und Betrieb einer industriellen Biogasanlage zur Entsorgung der Abfallströme eines Schweinemastbetriebs mit ca. 30.000 Tieren. Eine ähnliche Anlage wird in Luxia (Provinz Fujian) entstehen sowie ein 50-Mio. Euro-Offshore Windkraft-Projekt in Qingdao und das Phocos-Projekt, ein F&E- und Produktionsstandort für Design, Entwicklung und Produktion von Solarenergieprodukten. boe
Autor Martin Boeckh
 
Zusatzinformation Mit Power zu neuen Energien
"Grüne Olympische Spiele" möchte China als Motto für die Sommerspiele 2008 in Peking und sucht nach umweltgerechteren Lösungen für die Emissionen aus Verkehr, Industrie und Kraftwerken. Die IFAT CHINA (www.ifat-china.com, 27.-30.06.2006, Shanghai) präsentiert dazu neue Technologien. Strom kommt in China überwiegend aus Kohlekraftwerken, doch nur fünf Prozent haben eine Rauchgasreinigung. Auf dem Weg zur Planerfüllung in Sachen Umweltschutz und Lebensqualität sind noch viele Kraftwerke zu sanieren. Diesem und anderen Themen nimmt sich die IFAT CHINA an.

In Folge des Wirtschaftswachstums sind in China die Treibhausgas-Emissionen stark gestiegen. Allein der Kohlendioxid-Ausstoß hat seit 1990 um über 47 Prozent zugenommen und machte 2003 die Hälfte des globalen Anstiegs aus. Heute belegt die Volksrepublik bei Energieverbrauch und CO2-Emissionen weltweit den zweiten Platz hinter den USA. Das landesweite Energie-Effizienz-Niveau liegt allerdings bei nur 33 Prozent und damit um zehn Prozent unter dem Level westlicher Industriestaaten.

Der weiterhin rasch steigende Energiebedarf und die zunehmende Motorisierung der chinesischen Bevölkerung - allein in Peking kommen jeden Tag 1.000 neue Autos auf die Straße - verstärken die Notwendigkeit für umweltfreundliche Technologien. Dem begegnen Chinas Regierung mit hohen Investitionen: Der Fünfjahresplan 2006 bis 2010 weist rund 130 Mrd. Euro aus; fast das Doppelte gegenüber dem vorherigen Plan. Und seit 1. Januar 2006 ist ein am deutschen Vorbild orientiertes Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft. Mit einem Energiemix-Anteil von zehn Prozent bis 2010 und 15 Prozent bis 2015 sollen erneuerbare Energien die Kohle schrittweise ersetzen. Und bis zur Mitte dieses Jahrhunderts will die Volksrepublik den jetzt 83-prozentigen Kohleanteil auf 50 Prozent reduzieren. Wasserkraft soll dann 18 Prozent des Stroms liefern, Gas, Biomasse, Fotovoltaik und Windkraft jeweils fünf Prozent und Kernkraft steht mit zwölf Prozent im Plan.

Autor Martin Boeckh

Unternehmen, Behörden + Verbände: Dr. Vermeer-Consult
Autorenhinweis: Dr. Manuel Vermeer, Martin Boeckh



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Januar/Februar 2006 (Februar 2006)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr. Manuel Vermeer
Martin Boeckh

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