See-Anlandung im Winter durch angepasstes HDD-Verfahren

Zwei Hochleistungsseekabel für Windstrom wurden im Mai 2015 von der Halbinsel Kintyre zum schottischen Festland bei Hunterston durch die Irische See verlegt. Im November 2014 erhielt LMR Drilling den Auftrag, rechtzeitig vor Eintreffen des Kabellegers zwei parallel verlaufende, 400 m ins Meer ragende Kabelschutzrohre (d = 560 mm) als Anlandungshilfe zu installieren. Das Bohrverfahren wurde während der Planung und Arbeitsvorbereitung durch LMR Drilling so angepasst, dass Arbeiten auf und unter Wasser auf ein Minimum reduziert werden konnten, da die Arbeitsbedingungen auf See im Winter selten geeignet sind. Die Bohrarbeiten begannen am 24. Januar; am 10. März waren beide Kabelschutzrohre zur Zufriedenheit des Kunden installiert.

Durch die Schaffung neuer Windkraft- und anderer Kapazitäten zur Gewinnung Erneuerbarer Energie ist auch in Großbritannien der Bedarf für die Erneuerung und Anpassung der Übertragungsnetze gewachsen. Um die durch zahlreiche, im dünn besiedelten Nordwesten Schottlands gelegenen Windenergieanlagen erzeugten Energiemengen zu den Verbrauchern in die mittleren und südlichen Landesteile zu bringen, sind große Neubauprojekte notwendig. Scottish Hydro Electric Transmission betreibt den Ausbau des 220 kV Übertragungsnetzes auf der Halbinsel Kintyre an der schottischen Westküste. Um den Strom ans Festland zu bringen, sollte eine HVDC-Seekabelanlage (high-voltage direct current) durch den Kilbrannan-Sund und den Firth of Clyde nach West Kilbride verlegt werden. Da die dortigen Gewässer wichtig für die Fischerei sind und die Küste mit ihren für Freizeitaktivitäten genutzten Stränden unter Schutz steht, galt es, Nassbaggerarbeiten nach Möglichkeit zu vermeiden. Um den Eingriff in die Umwelt möglichst gering zu halten, entschied man sich für das Horizontalspülbohrverfahren.

Nexans Norwegen wurde als Generalunternehmer mit der Verlegung der zwei parallelen Seekabelanlagen einschließlich ihrer Anlandungen beauftragt. Der Bau der Anlandung erfolgte durch die britische Baugesellschaft Balfour Beatty. Da im Rahmen der Bauarbeiten auch ein kostenintensives Kabelverlegeschiff zum Einsatz kommen sollte, war es für das gesamte Projekt von größter Bedeutung, dass bis Ende April 2015 die zwei für die Aufnahme der Seekabel vorgesehenen Kabelleerrohre für die Anlandung fertiggestellt waren. Für diese Aufgabe wurde LMR Drilling UK Ltd. ausgewählt. Dies geschah nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen Referenzliste mit Anlandungen durch HDD und dem Ruf des Unternehmens, derartige Projekte termingerecht und erfolgreich auszuführen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 06 - 2015 (Juni 2015)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 6,00
Autor: Günter Kruse

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