Instandsetzungsarbeiten an Gaspipelines: Umweltschutz durch den Einsatz von mobilen Verdichtern

Der Einsatz mobiler Verdichter sichert einen hohen umweltschonenden Effekt und eine deutliche Kostenersparnis: Neben der Vermeidung von Entspannungsverlusten und der Pipeline-Evakuierung auf geringste Restdrücke werden die Methanemissionen um bis zu 95 Prozent reduziert. Zudem ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Primärenergie Erdgas garantiert – denn das eingesparte Erdgas wird gesichert, kann weiterhin genutzt werden und muss am Gasmarkt nicht neu beschafft werden.

Bei Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten von Erdgastransportleitungen wie auch bei der Erstellung von Neuanschlüssen und Netzausbau-Maßnahmen müssen die betreffenden Pipeline-Abschnitte in vielen Fällen außer Betrieb genommen werden. Dies geschieht in der Regel durch das Absperren eines Pipelineabschnittes durch Schließen der Hauptabsperrarmaturen. Der betroffene Sperrabschnitt wird anschließend druckentspannt und vollständig entgast. Dabei können große Mengen an Erdgas in die Atmosphäre freigesetzt werden, wie das folgende Beispiel zeigt: Ein typischer Sperrabschnitt im Erdgastransportsystem ist ca. 18 km lang. Bei einem Durchmesser von einem Meter und einem Betriebsdruck von 70 bar enthält ein solcher Abschnitt dabei ca. 1.000.000 Normkubikmeter (Nm3) Erdgas; dies entspricht in etwa einer Masse von 820 Tonnen Erdgas und einem CO2-Äquivalent von 23.000 Tonnen CO2. In Anbetracht monetärer Gesichtspunkte entspricht die genannte Menge an Erdgas einem Gegenwert von ca. 200.000 Euro. Die Kosten für CO2-Zertifikatsgebühren bleiben hier unberücksichtigt.

Der Einsatz eines mobilen Pipeline-Verdichters ermöglicht es, den Gasinhalt aus dem betroffenen Sperrabschnitt in einen angrenzenden Abschnitt umzupumpen. Somit wird die Freisetzung des Erdgases vermieden. Die Druckabsenkung erfolgt bis auf minimale Restdrücke. Dadurch werden bis zu 95 Prozent des Erdgases zur Weiternutzung gesichert. Ein mobiler Pipeline-Verdichter kann einzeln oder im effizienten Parallelbetrieb verwendet werden. Das ist insbesondere bei großen Sperrabschnitten mit großen Erdgasinhalten von Vorteil, um die Einsatzzeiten zu verkürzen.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 01 - 2017 (Januar 2017)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. Christian Hadick
Dipl.-Ing. Jörg Wermeling

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