Gashochdruckleitungen an neuer ICE-Trasse mit innovativem Prüfverfahren verlegt

Mit 250 Stundenkilometern sollen ab 2020 Züge auf der neuen ICE-Trasse von Stuttgart-Wendlingen nach Ulm gelangen – in nur 28 Minuten. Die Trasse wird parallel zur Autobahn A8 verlaufen, die derzeit sechsspurig ausgebaut wird. Dies stellte den Stuttgarter Fernleitungsnetzbetreiber terranets bw GmbH vor neue Herausforderungen, denn bei Scharenstetten auf der Schwäbischen Alb werden Bahngleis und Autobahn zwei bestehende Gashochdruckleitungen kreuzen. Aufgrund strenger Sicherheitsbestimmungen mussten sie jetzt umverlegt und deutlich verstärkt werden.

Die Sicherheitsansprüche der Deutschen Bahn und der Bundesautobahn-Direktion sind hoch: Erdverlegte Leitungen, die im Gleis- oder Fahrbahnbereich verlaufen, müssen extrem hohen statischen und dynamischen Lasten standhalten. Um sie zu erfüllen, erneuerte die Köster GmbH für die terranets bw GmbH zwei Gashochdruckleitungen bei Scharenstetten. Auf einer Strecke von 150 m verlegte ihr Kompetenz-Center Köster-Rohrleitungsbau die Gashochdruckleitungen DN 400 MOP 70 bar und DN 500MOP 70 bar unterhalb der Autobahn und neuen ICE-Trasse. Sieweisen eine verstärkte Wandung auf, um die Anforderungen an die Tragfähigkeit zu erfüllen. Teilweise war es auch notwendig, die Leitungsachsen anzupassen, damit sie Autobahn und Bahntrasse ohne Knickpunkt auf kürzestem Wege senkrecht kreuzen. Während der gesamten Baumaßnahme mussten extrem hohe Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Unter anderem wurden alle Vorbau-, Verbindungs- und Einbindenähte zerstörungsfrei mittels Durchstrahlen und Schallen geprüft. Vorbaunähte sind Verbindungsschweißnähte. Ihre Aufgabe ist es, mehrere Rohre unter optimalen Bedingungen am Grabenrand miteinander zu verbinden, um den gesamten Rohrstrang unter Berücksichtigung der zulässigen Biegeradien in den Rohrgraben ablegen zu können. Die im Anschluss unter schwereren Bedingungen im Rohrgraben zu erstellenden Schweißnähte werden Verbindungsnähte genannt. Am Ende einer solchen Baumaßnahme steht die eigentliche Herausforderung: Die neue Leitung muss an einer oder mehreren Stellen in das vorhandene Rohrnetz eingebunden werden. Bei dieser Einbindung erstellen die Rohrleitungsbauer sogenannte Garantie- oder Einbindenähte.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 01 - 2014 (Januar 2014)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dipl.-Ing. Jürgen Höchst

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