Außergewöhnliche HDD-Bohrungen im Hochmoor und Talgrund

Für die Verlegung zweier Versorgungsleitungen musste ungewöhnlicher Baugrund durchquert werden: einmal ein schützenswertes Hochmoor mit zahlreichen Wurzelstöcken nahe der niedersächsischen Stadt Oldenburg, zum anderen eine Fläche über einer Salzlagerstätte in einem engen Tal im Vorland des Hohenzollernberges nahe Hechingen (Baden-Württemberg). Besondere Anforderungen und Auflagen begründeten in beiden Fällen den Einsatz grabenloser Verfahren, teilweise mit Auslegung eines künstlichen Magnetfeldes.

Projekt 1: Dükerbau einer Gashochdruckleitung im Hohenzollerngebiet

Hechingen liegt im Vorland der Schwäbischen Alb zu Füßen des kegelförmigen Zollerberges, der auf seinem Gipfel die auch überregional bekannte Hohenzollernburg trägt. Die Stadt selbst liegt auf dunklen Tonen und Felsplatten des Schwarzen Juras, wohingegen einige Stadtteile, wie z. B. Hechingen-Stein, auf geologisch noch älteren Gesteinen wie Keuper-Sandsteinen und -Mergeln situiert sind.

In dem zuletzt genannten, im Nordwesten der Kernstadt gelegenen Stadtteil musste eine Gashochdruckleitung, parallel zu einer bereits bestehenden Gashochdruckleitung, unter mehreren komplexen Hindernissen und in sehr wechselnden geologischen Verhältnissen verlegt werden. Dafür kam ein neuartiger und leistungsstarker HDD-Maschinentyp zum Einsatz, eine Grundodrill 28N plus, die sich an dieser Herausforderung beweisen konnte.

Projekt 2: HDD-Spülbohrung im Hochmoor – Unterquerung der B 211 bei Großenmeer

Einen nicht weniger ungewöhnlichen Baugrund galt es im niedersächsischen Großenmeer in der Nähe von Oldenburg zu durchörtern: Auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche in unmittelbarer Nähe zur Bundesstraße 211 war es wiederholt zur Entstehung von Wasserpfützen gekommen. Der von Grundstückseigner hinzugezogene Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) konnte alsbald die Ursache feststellen: Eine unterhalb der B 211 verlegte Trinkwassertransportleitung war geborsten und hatte so für die Pfützenbildung gesorgt. Gleichwohl gelang es im Verlauf der Untersuchungen nicht, den genauen Grund für den Rohrbruch zu bestimmen: Neben den Verkehrslasten auf der besonders vom Schwerlastverkehr stark frequentierten Bundesstraße kamen auch Frostschäden mit einhergehenden Hebungen und Setzungen als Ursache für die Beschädigung des in einem 500er-Stahlschutzrohr liegenden, medienführenden 300er- PVC-Rohrs infrage. Aufgrund des unsicheren Befundes schied eine Erneuerung der Leitung von vornherein aus, stattdessen wurde eine Neuverlegung ins Auge gefasst.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 10 - 2015 (Oktober 2015)
Seiten: 6
Preis: € 6,00
Autor: Dr. Hans-Joachim Bayer
Günter Naujoks
Fabian Gulde

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