Schutz der Böden vor Überdüngung

Der Boden dient heute wie früher als Lebensgrundlage für Menschen und Tiere. Der Boden ist nicht vermehrbar. Vielmehr werden durch Überbauung, Zertifizierung (Wüstenbildung), Erosion und Versalzung immer mehr Böden aus der Erzeugung von Lebensmitteln und Futtermittel bei einer ständig steigenden Weltbevölkerung
herausgenommen. Wie viel landwirtschaftliche Fläche in Deutschland heute einem Bürger zur Verfügung steht, zeigt das Bild 1. Demnach hat in den letzten 60 Jahren die zur Ernährung notwendige landwirtschaftliche Nutzfläche deutlich abgenommen und wird nach Prognosen auch weiterhin abnehmen.

Der Schutz des Bodens dient auch dem Schutz der Gewässer. Böden besitzen ein natürliches Speichervermögen für Nähr- und Schadstoffe, abhängig von der Bodenart, der Bodennutzung und dem Humusgehalt. Dieses Speichervermögen ist endlich, d. h. Böden werden bei zunehmender Stoffzufuhr zu Quellen des Stoffaustrages, wie die vielen Beispiele zum Nitrataustrag in den letzten Jahrzehnten belegen. Ursache des hohen Nitrataustrages ist die Überdüngung der Böden mit organischen Düngern. Die Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) [4] hat eine Begrenzung der jährliche Phosphatdüngung auf den durchschnittlichen Phosphatbedarf der Kulturen von 70 kg P2O5/ha bei ausreichender Versorgung der Böden (Gehaltsklasse C) vorgeschlagen, um Böden nicht unnötig mit Phosphaten anzureichern und gleichzeitig die knapper werdenden Vorräte an Phosphaten zu schonen. Gleichzeitig muss auch die Stickstoffdüngung deutlich reduziert werden.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 01 / 2010 (Februar 2010)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Prof. Dr. Bernhard Scheffer

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