Kaskadennutzung von Pflanzenkohle - 50 klimapositive Anwendungsmöglichkeiten

Nahezu alle vorgeschlagenen Nutzungsmöglichkeiten von Pflanzenkohle stellen Kohlenstoffsenken dar. Nach diesen initialen oder kaskadenweisen Anwendungen kann die Pflanzenkohle am Ende ihres Nutzungszyklus schließlich als Bodenverbesserungsmittel recycelt werden. Wenn die Pflanzenkohle gealtert und mit Nährstoffen aufgeladen dann letztendlich in den Boden kommt, ist sie längst bezahlt. Langsam wächst so der Anteil an Pflanzenkohle im Boden und über mehrere Generationen können sich wie bei der Terra Preta Konzentrationen von 50 bis 100 t pro Hektar aufbauen.

Längst ist die Anwendung von Pflanzenkohle nicht mehr nur auf die Landwirtschaft beschränkt. In immer neuen Bereichen spielt der aus Pflanzen gewonnene Rohstoff seine vielfältigen positiven Eigenschaften aus. Überall, wo Pflanzenkohle auch in der Industrie gezielt eingesetzt wird, kann der Kohlenstoff, der ursprünglich der Atmosphäre in Form von CO2 entzogen wurde, langfristig gespeichert werden oder ersetzt zumindest fossile Kohlenstoffquellen. Pflanzenkohle könnte auf diese Weise zu einem Schlüsselelement klimarelevanten Karbonrecyclings werden. Als Beispiel werden 50 Nutzungsmöglichkeiten von Pflanzenkohle in so verschiedenen Bereichen wie Landwirtschaft, Bauindustrie, Textilindustrie oder Lebensmittelkonservierung aufgeführt und kurz beschrieben. Die meisten dieser Nutzungsmöglichkeiten ermöglichen die Bildung vielfältiger Nutzungskaskaden, in denen die Pflanzenkohle sukzessive mit funktionellen Gruppen und Nährstoffen angereichert wird. Am Ende ihres Nutzungszyklus lässt sich die Pflanzenkohle schließlich als Bodenverbesserungsmittel verwenden und zu einer langfristigen Kohlenstoffsenke aufbauen.
Pflanzenkohle ist viel zu wertvoll und teuer, als dass es sich ein Bauer leisten könnte, 10 Tonnen und mehr pro Hektar über seinen Acker zu streuen. Bei durchschnittlichen Reingewinnen im Ackerbau von 1000,- Euro pro Hektar müssten die 8000,- Euro für den Kauf und die Einbringung der Pflanzenkohle über einige Jahrzehnte abgeschrieben werden. Da würden auch CO2-Zertifikate, auf die Praxisfremde gern schielen, nicht viel helfen.



Copyright: © HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fakultät Ressourcenmanagement
Quelle: 74. Symposium 2013 (Oktober 2013)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Hans-Peter Schmidt

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