Altlasten: Sicherung vs. Totalsanierung
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2008)
Man kann sich beim Studium des Tagungsprogramms fragen, was es denn Besonderes mit einer Gegen√ľberstellung von Sicherung und Totalsanierung bei Altlasten an sich habe. Wird doch gemeinhin angenommen, dass f√ľr Altlasten je nach Gef√§hrdungspotenzial zwingend nur eine dieser Ma√ünahmen in Frage komme: Sicherung in erster Priorit√§t, weil einfacher und kosteng√ľnstiger, und wenn‚Äôs gar nicht anders geht, halt eben Totalsanierung, was immer unter den beiden Bezeichnungen genau verstanden wird. Wenn wir jedoch der Frage nachgehen wollen, ob es F√§lle gibt, wo die beiden Ma√ünahmen den Anforderungen des Umweltschutzes in √§hnlicher Weise nachkommen k√∂nnen, gewinnt eine Gegen√ľberstellung aktuelle Bedeutung.

Validierung des HELP-Modells f√ľr die Simulation von Evapotranspirationsschichten
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2008)
Altablagerungen stellen aufgrund m√∂glicher Emissionen von Treibhausgasen und der m√∂glichen Kontamination von B√∂den und Grundwasser durch belastetes Sickerwasser eine Gefahr f√ľr die Umwelt dar. Sickerwassermanagement mittels geeigneter Oberfl√§chenabdeckungen ist deshalb eine wichtige Voraussetzung, um sowohl deren kurz- als auch deren langfristiges Gef√§hrdungspotenzial zu minimieren (Fatta et al. 1998). Evapotranspirationsschichten stellen hier eine kosteng√ľnstige und naturnahe Alternative zu technischen Abdichtungen dar.

Chromatreduktion in der ungesättigten Bodenzone
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Sechswertige Chromverbindungen (Chromate) haben als Schadstoff eine große Bedeutung. Das Schwermetall Chrom wird in vielen industriellen Prozessen genutzt und gelangt dadurch auch in die Umwelt. Es besteht weltweit eine große Anzahl an Altlasten, die als Hauptkontaminanten chromathaltige Verbindungen aufweisen. Die Oxidationsstufen des Chroms reichen von Null bis +6, wobei fast ausschließlich die beiden stabilsten Formen, das dreiwertige und das sechswertige Chrom in der Natur nachgewiesen werden können.

Sanierungsversuche Schwermetall belasteter, landwirtschaftlich genutzter Flächen
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In den letzten Jahren ist das Bewusstsein als auch die Sorge bez√ľglich des Eintrags von Schwermetallen in die Nahrungskette angestiegen. Hohe Konzentrationen von Schwermetallen in landwirtschaftlich genutzten B√∂den k√∂nnen einerseits nat√ľrlich vorkommen oder verst√§rkt durch anthropogenen Einfluss, wie z.B. Bergbau, Industrie, Verkehr und auch Landwirtschaft. Bezogen auf die menschliche Gesundheit sind die Elemente Cadmium und Blei von besondererBedeutung. Einen kontaminierten, landwirtschaftlich genutzten Standort stellt die Umgebung der ehemaligen Pb/Zn-Schmelze in Arnoldstein (K√§rnten) dar. Hier wurden in den letzten 500 Jahren neben Blei, Zink und Cadmium auch noch Kupfer und Arsen emittiert, was zu hohen Bodenbelastungen f√ľhrte.

Sanierung des größten bekannten Methanolspill
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Bei einem Zugsungl√ľck im Bahnhofsbereich von Himberg (N√Ė) im Jahr 2003 traten knapp 400.000 l Methanol aus, wobei eine gr√∂√üere Menge davon in den Untergrund gelangte. Durch die Ausbreitung des Kontaminanten erstreckt sich das Sanierungsgebiet auf ca. 1,5 ha unterhalb der Gleisanlage.

In-situ-Sanierung mittels Grundwasser-Zirkulationsbrunnen (GZB)
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Die Grundwasser-Zirkulations-Brunnen zur In-situ-Sanierung des kontaminierten Grundwassers und der Bodenluft werden seit mehreren Jahren in Deutschland, USA, Holland, Frankreich, Italien, und neuerdings in China und Israel eingesetzt. Besonders erfolgreich werden sie unter erschwerten Bedingungen, wie √úberbauung des Gel√§ndes oder gro√üe Tiefe der Kontamination, angewendet. Durch die Grundwasser-Zirkulation bildet sich im Grundwasserleiter radialsymmetrisch um den GZB eine Reaktionszone, die im Laufe der In-situ-Sanierung mehrfach von kontaminiertem Grundwasser durchstr√∂mt wird. Neben der Infiltration von sauerstoffangereichertem Prozesswasser werden mit Hilfe von GZB l√∂sungsvermittelnde Stoffe und biologische Aufbaustoffe in den Grundwasserleiter eingesp√ľlt.

InnoSan: Entwicklung eines biologischen In-situ LCKW-Sanierungsverfahrens
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Leichtfl√ľchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) sind weit verbreitete Grundwasserschadstoffe mit hohem Gefahrenpotential. Chlorierte Aliphaten wie Perchlorethen (PCE) oder Trichlorethan finden in unterschiedlichen Industriezweigen Anwendung: als L√∂sungsmittel in der metallverarbeitenden Industrie, in Lackierereien oder der Textilindustrie. Sch√§tzungen des Umweltbundesamtes zufolge sind chlorierte Kohlenwasserstoffe in der Vergangenheit an 50.000 Standorten von Industrie und Gewerbe in nennenswerter Menge eingesetzt worden und sind an √ľber 70 % der Altlasten in erheblicher Menge vorhanden (Siller & Weihs 2008), (Umweltbundesamt 2008). Ihre Toxizit√§t und teilweise Kanzerogenit√§t in Verbindung mit ihrer hohen Mobilit√§t im Untergrund macht sie zu Schadstoffen von hoher Priorit√§t.

CKW-Sanierung durch großkalibrige Austauschbohrungen und In-situ-Verfahren
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Mitte der 80er Jahre wurden in verschiedenen Grundwasserfassungen des unteren Limmattales (Region Z√ľrich) Belastungen mit Tetrachlorethen (Perchlorethylen), einem chlorierten Kohlenwasserstoff (CKW) festgestellt. CKW wurden/werden teilweise noch immer zur Entfettung insbesondere in galvanischen Betrieben sowie in chemischen Reinigungen eingesetzt. Perchlorethylen (Per) hat f√ľr diese Art von Verwendungen den Vorteil, dass es leicht fl√ľchtig (rasches Trocknen) sowie nicht feuergef√§hrlich oder explosiv ist und l√∂ste deshalb in den 50er Jahren das bis dorthin verwendete Benzin ab.

Pflanzenöl als Tool zur In-situ Sanierung von PAK-kontaminierten Böden
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In diesem Beitrag soll ein Projekt vorgestellt werden, welches auf die Entwicklung eines neuen Verfahrens zur In-situ-Sanierung von Standorten abzielt, die mit PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen) kontaminiert sind. Die Substanzklasse der PAK umfasst aromatische Verbindungen mit mindestens zwei kondensierten Benzolringen. Es sind etwa 280 Kongenere bekannt, deren Sorptionsstärke mit der Ringanzahl der Aromaten steigt.

Sanierung quecksilberkontaminierter Altlasten und Dekontaminationsverfahren
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Seit Abschluss der erfolgreichen Sanierung der Chemischen Fabrik Marktredwitz (CFM) als ersten gro√üen Quecksilberaltlastensanierungsfall in Europa sind inzwischen mehr als zehn Jahre vergangen. In der CFM, als √§lteste chemische Fabrik in Deutschland, wurde √ľber einen Zeitraum von fast zweihundert Jahren (1788 bis 1985) Quecksilber zu Herbiziden, Pestiziden und sonstigen quecksilberhaltigen Produkten verarbeitet. Seitdem wurden verschiedene andere Altstandorte der chemischen Industrie in den Neuen Bundesl√§ndern insbesondere die f√ľnf Altanlagen der ehemaligen Bunawerke Schkopau und die Chloralkali-Elektrolyseanlagen in Bitterfeld sowie in Westdeutschland die alten Lonzawerke in Waldshut/Tiengen und die Altanlagen von Wacker-Chemie in N√ľnchritz saniert.

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