Sortieranlage der Zukunft ‚Äď Perspektive eines Anlagenbauers
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2022)
Das deutsche Verpackungsgesetz sowie die EU-weite Richtlinie 2018/851 legen fest, dass bis 2025 55 Ma.-% der Verpackungsmaterialien sowie Siedlungsabf√§llen recycelt werden muss (Europ√§ische Union 2008, Bundesministerium der Justiz 2017). Dieses Ziel wird in Anbetracht des Fortschritts der letzten 15 Jahre f√ľr viele Mitgliedstaaten nicht erreichbar sein (Europ√§ische Union 2008). Auch in Deutschland werden die vorgegeben Quoten aktuell nicht erf√ľllt (Umweltbundesamt 2022).

Quellen, Arten und Ströme von Makro- Kunststoffverschmutzungen in und entlang der Donau
© Lehrstuhl f√ľr Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversit√§t Leoben (11/2022)
Mithilfe einer Materialflussanalyse (MFA) konnten die wesentlichen Hauptquellen, Eintr√§ge, Transport- und Entsorgungswege von Kunststoffabf√§llen (KSA) der Donau und den angrenzenden Uferfl√§chen zwischen Wien und der L√§ndergrenze AT-SK dargestellt werden. Die MFA zeigt, dass j√§hrlich etwa 96.000 t durch die getrennte Kunststoffsammlung und Verwertung im Projektgebiet ordnungsgem√§√ü entsorgt werden, w√§hrend rund 1.260 t an Plastikm√ľll vor allem durch Littering in die Umwelt gelangen. Davon werden etwa 890 t KSA durch √∂ffentliche Reinigungsma√ünahmen (z.B. Stra√üenreinigung) bzw. 200 t durch freiwillige Sammelaktivit√§ten (wie Flurreinigungsaktionen, etc.) erfasst, rund 170 t verbleiben j√§hrlich in der fluvialen und terrestrischen Umgebung. Als relevante Verschmutzungsquellen konnten die Haushalte (62 Gew.- %), die Binnenschifffahrt (17 Gew.-%) und der Bausektor (12 Gew.-%) identifiziert warden.

Nudging als Mittel zur verringerten Nutzung verpackter Lebensmittel in Supermärkten
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Das Projekt 1, 2, 3 - Verpackungsfrei (nachfolgend 1, 2, 3) von Universit√§t Graz, SPAR Steiermark und √Ėsterreichischem √Ėkologieinstitut, (vgl. (Gelbmann 2022) in diesem Band) erforscht, wie die Menge an Verkaufsverpackungen im Supermarkt reduziert werden kann. Neben der Verpackungsreduktion durch die Produkthersteller kommt der Bereitschaft der Konsument*innen zur Ver√§nderung ihres eigenen Umgangs mit Verpackungen gro√üe Bedeutung zu. Schlagworte in diesem Kontext sind Einkauf von unverpackten Produkten (in selbst mitgebrachten Beh√§ltnissen) und Einkauf von Mehrwegprodukten.

Recyclingfähigkeit von Verpackungen: Ziele, Bewertung & Grenzen
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Steigende gesetzliche Anforderungen an den Umfang und die Qualit√§t des Recyclings von Wertstoffen im Generellen und von Verpackungsabf√§llen im Besonderen, sind ein wichtiges Instrument zur Schonung von Ressourcen und zum Schlie√üen von Stoffkreisl√§ufen. So wurden beispielsweise in Deutschland, im Rahmen des Verpackungsgesetzes (VerpackG), die Quoten f√ľr das werkstoffliche Recycling von Verpackungen aus Kunststoffen in zwei Stufen von 36 % im Jahr 2018 bis auf 63 % ab dem Jahr 2022 deutlich erh√∂ht. In √Ėsterreich ist dies √§hnlich. Die Verpackungsverordnung verpflichtet die Sammel- und Verwertungssysteme f√ľr Kunststoffverpackungen aus Haushalten ab dem Jahr 2023 zu einer Recyclingquote von mindestens 50 % und ab dem Jahr 2024 von 55 %.

Zusammensetzung getrennt gesammelter Leichtverpackungen in st√§dtischen Gebieten ‚Äď Vergleich Bring- und Holsystem
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In einem dichtbesiedelten Versuchsgebiet in einer Gro√üstadt mit rund 9.500 Einwohnern, wurde versuchsweise eine verdichtete Beh√§lteraufstellung f√ľr eine getrennte Sammlung von Leichtverpackungen auf nahezu allen Liegenschaften durchgef√ľhrt. Um die Ver√§nderungen sowohl bei den Sammelmengen als auch bei der Qualit√§t der Sammelware festzustellen, wurden Abfallanalysen im April 2021 (vor der Umstellung), Oktober 2021 (rund 4 Monate nach der im Juni erfolgten Beh√§lteraufstellung) und im April 2022 genau ein Jahr nach der ersten Analyse, durchgef√ľhrt. Die Ergebnisse zeigen eine Steigerung der Sammelmengen und eine recht konstante Qualit√§t der beworbenen Fraktionen.

Bestimmung von Mikroplastik in der Donau
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Im Rahmen des Projektes Tid(y)Up wurden entlang der Donau und der Thei√ü an acht verschiedenen Stellen (in √Ėsterreich, Ungarn, Serbien, Rum√§nien und Bulgarien) unterschiedliche Mikroplastik (MP) Probenahmemethoden parallel getestet und evaluiert, um ein praktikables MP-Monitoring Tool zu entwickeln. Die Probenaufbereitung und -analyse von heterogenen Netzproben aber auch Sedimentationsbox-Proben aus Fl√ľssen wird derzeit am Institut f√ľr Abfall- und Kreislaufwirtschaft untersucht und optimiert.

Durch Konsument:innen beeinflusste Qualitäten von Mehrkomponenten- Leichtverpackungen im Siedlungsabfall
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Um die Recyclingziele des EU-Kreislaufwirtschaftspaketes (European Commission 2018) f√ľr Leichtverpackungsabf√§lle ‚Äď darunter fallen insbesondere Kunststoffverpackungen sowie Verbundverpackungen aus unterschiedlichen Packstoffen ‚Äď zu erreichen ist es einerseits notwendig, Leichtverpackungen (LVP) verst√§rkt getrennt zu sammeln und andererseits, diese auch in einer f√ľr das Recycling geeigneten Qualit√§t zur Verf√ľgung stellen, sei es hinsichtlich Fehlwurfanteil in der Sammlung, Verunreinigungen oder Recyclingf√§higkeit der Verpackung selbst.

Das Unverpackt-Regal und die Sicht der Kund*innen auf die Vermeidung von Verpackungen im Supermarkt
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Verkaufsverpackungen in Superm√§rkten dienen unterschiedlichen Zwecken, unter anderem auch der Vermeidung von Lebensmittelabf√§llen durch verl√§ngerte Haltbarkeit. Verkaufsverpackungen aus Superm√§rkten verursachen aber auch eine erhebliche Menge an Abf√§llen. Deren Verringerung durch so genannten verpackungsfreien Einkauf und Einkauf von Mehrwegverpackungen steht im Zentrum des Projekts 1, 2, 3 ‚Äď Verpackungsfrei (im Folgenden 1, 2, 3), getragen von Uni Graz, SPAR Steiermark und √Ėsterreichischem √Ėkologieinstitut.

Von der linearen Abfallwirtschaft zur Circular Economy in Brasilien
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Brasilien verf√ľgt seit 2010 √ľber eine fortschrittliche Abfallpolitik, die im Fr√ľhjahr 2022 im Umsetzungsplan PLANARES um ambitionierte Recyclingquoten erg√§nzt wurde. Der Umsetzungsplan sieht u.a. eine Recyclingquote f√ľr Wertstoffe von 20 % bis 2040 vor, was einer Vervierfachung des aktuellen Wertes entspricht. Dies stellt die f√ľr die Abfallwirtschaft zust√§ndigen Kommunen vor gro√üe Herausforderungen. Regionale und nachhaltige Abfallwirtschaftskonzepte, die lokale Rahmenbedingungen ber√ľcksichtigen und auf die Herstellung von Sekund√§rrohstoffen abzielen, sind Teil der L√∂sung und tragen zur Erreichung der Recyclingziele bei. Diese Konzepte bestehen aus verschiedenen Technologiekombinationen, die fraktionsspezifisch und nach definierten Kriterien geplant werden m√ľssen. F√ľr eine effektive und effiziente Planung sollten Ma√ünahmen in den Bereichen Technisierung, Modularit√§t, Standorte und Dynamiken ber√ľcksichtigt werden.

Neue VDI Richtlinie 4095 stellt den Stand der Technik beim Kunststoffrecycling dar
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Im VDI Normenausschuss wird derzeit eine neue Richtlinie zur Kreislauff√ľhrungvon Kunststoffen erarbeitet. Sie richtet sich an alle Akteure im Wertstoffkreislauf und wirdHandlungsempfehlungen beinhalten, um deren Arbeit zu vereinfachen und Hemmnisse abzubauen.Die gro√üe Menge an j√§hrlich produzierten Kunststoffen weltweit in H√∂he von 360 MillionenTonnen und die damit verbundenen globalen Umweltprobleme zeigen die Notwendigkeit, einenm√∂glichst gro√üen Anteil gefahrlos und √ľberwacht im Wirtschaftskreislauf zu halten. Die Richtliniesoll einen Beitrag zur Erh√∂hung des Rezyklateinsatzes liefern. Konkret werden in der Richtlinieentscheidende Begriffe definiert bzw. bestehende Definitionen entscheidender Begriffe zusammengestellt.Ziel ist es einen einheitlichen Sprachgebrauch im Markt f√ľr Rezyklate zu bef√∂rdern,und dabei die unterschiedlichen gesetzlichen Definitionen zu ber√ľcksichtigen. Das √ľbergeordneteZiel der Zusammenstellung rechtlicher Vorgaben sowie der Definition von einheitlichen Begriffen,Recyclingqualit√§ten und Recyclingtechniken ist die St√§rkung des Markts f√ľr Kunststoffrezyklate. Diesen soll so gegen√ľber den Prim√§rkunststoffen zum Durchbruch verholfen werden.

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