
Veröffentlichungen des LGA-Grundbauinstituts, Nürnberg, Heft 89; 2010
| 10 Monate neue Deponieverordnung – erste Erfahrungen Ministerialrat Dr. Bruno Kaukal Der 16. Juli 2009 stellt –nach dem Ablagerungsverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle zum 1. Juni 2005 –die zweite große Zäsur für die Deponien in Deutschland dar. Zur Stunde Null trat mit Ablauf ihrer letzten Übergangsfrist die Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV) insgesamt außer Kraft, ebenso die bisherige Deponieverordnung (DepV) und die Deponieverwertungsverordnung (DepVerwV). An ihre Stelle trat die Verordnung zur Vereinfachung des Deponierechts vom 27.04.2009. |
| 20 Jahre Pilotprojekt Deponie Wirmsthal Dr.-Ing. Bernd Müllner, Matthias Dorn Im Jahr 1977 wurde die Deponie der Stadt Bad Kissingen geschlossen und gleichzeitig wenige hundert Meter entfernt die Landkreisdeponie Arnshausen in Betrieb genommen. Diese sollte als Zwischenlösung für ca. 5 Jahre dienen, bis eine Entscheidung über eine neue Deponie in dem mittlerweile entstandenen Steinbruch gefallen sein würde. |
| Deponienachsorge in der Schweiz: Grundlagen und Praxisbeispiel Dipl. Umwelt-Ing. ETH Armin Bachofner Mit dem Leitbild für die schweizerische Abfallwirtschaft von 1986 wurden die Ziele und Grundsätze für die schweizerische Abfallpolitik grundlegend überarbeitet. Im darauf abgestützten Abfallkonzept von 1992 wurden folgende vier Strategien verfolgt: - Vermeiden von Abfällen - Vermindern von Schadstoffen bei Produktion und in Gütern - Vermindern von Abfällen durch Verwertung - Umweltverträgliche Behandlung der verbleibenden Abfälle |
| Deponienachsorge – die Österreichische Perspektive Ass. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Johann Fellner, Prof. Dr. David Laner Deponien bedürfen zumeist einer Bewirtschaftung, die sich in Abhängigkeit der eingelagerten Abfälle lange Zeit über das Schüttende erstrecken kann. Im vorliegenden Manuskript werden bestehende Überlegungen und Standpunkte österreichischer Behörden und Deponiebetreiber sowie wissenschaftlicher Einrichtungen zum Thema Deponienachsorge bzw. deren Beendigung zusammengefasst. |
| Die Kapillarsperre – 10 Jahre Messresultate bei zwei Testfeldern auf der Deponie Heinersgrund Reto Nydegger Die ehemalige Hausmülldeponie von Bayreuth, inzwischen Reststoffdeponie DK II, liegt in Heinersgrund in der Nähe der Ortschaft Ramsenthal nördlich der Stadt Bayreuth. Dort wurden seit 1965 Abfälle eingelagert. Mittlerweile ist die Deponie auf ein Volumen von über 1 000 000 m³ angewachsen und bedeckt eine Fläche von 130 000 m². Im Jahre 1999 wurde von der Stadt Bayreuth in Zusammenarbeit mit der Ludwig- Maximilians-Universität (LMU), München, ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben angestrengt, das das System der Kapillarsperre als Oberflächenabdichtung näher untersuchen sollte. |
| Ausführung von Rekultivierungsschichten mit möglichst geringer Verdichtung –Erfahrungsbericht aus einem Forschungsvorhaben und Praxisbeispiele Dipl.-Ing. (FH) Eckhard Haubrich Im Jahr 1999 hatte sich eine interdisziplinär besetzte Arbeitsgruppe aus Wissenschaftlern und Ingenieuren im Rahmen eines Forschungsvorhabens die Aufgabe gestellt, sich mit der Frage zur Optimierung von Rekultivierungsschichten auf Deponien zu beschäftigen. Die Arbeitsgruppe bestand aus Experten der Fachrichtungen Boden- und Pflanzenkunde, Forstwirtschaft, Bodenbiologie, Bodenmechanik/Geotechnik, Deponietechnik und wurde kompletiert durch Fachpersonal des Deponiebetreibers. |
| Ergebnisse zur Wirksamkeit ausgewählter Oberflächenabdichtungssysteme der Versuchsfelder der MEAB auf der Deponie Deetz Dr. habil. Stefan Melchior, Dr. Bernd Steinert Die Märkische Entsorgungsanlagen Betriebsgesellschaft (MEAB) mbH betreibt seit 1974 zwei Siedlungsabfalldeponien, eine Bauschutt- und eine Sonderabfalldeponie sowie diverse Behandlungsanlagen. Für die MEAB stellen die Maßnahmen zum Aufbringen der Oberflächenabdichtung aufgrund der Größe der Deponien (mehrere 100 ha) angesichts des damit verbundenen Materialbedarfs und der regional beschränkten Verfügbarkeit von geeigneten Materialien aus logistischer und finanzieller Sicht eine besondere Herausforderung dar. |
| Erkundung und Sanierung gemeindeeigener Hausmülldeponien –Erfahrungen aus der Praxis Dr. Thilo Hauck, Harald Kugler, Stefan Rühl, Michaela Webert Im Jahr 2006 wurde im BayBodSchG der Art. 13a „Erkundung und anierung gemeindeeigener Hausmülldeponien“eingefügt und die Unterstützungsfonds-Verordnung (UStützV) trat in Kraft. Darin wurde die paritätische Finanzierung eines Unterstützungsfonds zur Erkundung und Sanierung gemeindeeigener Hausmülldeponien mit jährlich je 5 Mio. Euro vom Freistaat Bayern und von den kreisangehörigen Gemeinden bei einer Laufzeit von zunächst fünf Jahren geregelt. In den Jahren 2006 bis 2010 werden also insgesamt 50 Mio. Euro Fördermittel für diesen Zweck bereitgestellt. |
| Deponie Schlackenberg – Umsetzung der Sanierungsziele Christian Götz, Jürgen Müller Im Süden von Sulzbach-Rosenberg sind Landschaft und Ortsbild geprägt von den Spuren der Eisenverhüttung. Neben der Hochofenanlage des ehemaligen Maxhütte-Stahlwerks fällt vor allem der Schlackenberg auf. Das Volumen der bis zu 55 m hohen Ablagerung umfasst ca. 4,8 Mio. m³ auf einer Fläche von ca. 31,5 ha. |
| Deponien 2100: Ein geologischer Ausblick Dr. Wolf Ulrich Henken-Mellies Laut Statistischem Bundesamt fallen pro Jahr in Deutschland ca. 300 Millionen Tonnen Abfälle an (Hausmüll, Bauschutt etc.; in den vergangenen Jahren leicht rückläufiger Trend). Wenn vereinfachend angenommen wird, dass diese jährliche Abfallmenge in Zukunft konstant bleibt und dass sie auf Deponien mit einer durchschnittlichen Höhe von 10 m abgelagert wird, so wird jährlich eine Deponiefläche von 30 km² mit Abfällen belegt. Bis zum Jahr 2100 wären das zusätzliche 2.700 km² Deponiefläche; das entspricht ungefähr der Fläche des Saarlandes. |
