

Fachbeiträge zum 16. Nürnberger Deponieseminar
| Nachhaltige Deponieschließung Möglichkeiten unter Beachtung des Abfall- und Deponierechts Dipl.-Ing. (TU) Dipl.-Wirt.Ing. (Uni) Christoph Bröcker Der Beitrag soll eine Aufforderung an einen bewussten Umgang mit der Deponiestilllegung und –nachsorge geben. Dabei beschränken sich die Ausführungen vordergründig auf die rechtlichen und technischen Möglichkeiten für Sicherungsmaßnahmen von Deponien, die einen reaktiven und biochemisch abbaubaren Inhalt aufweisen (klassische Hausmülldeponien), da aufgrund der Umsetzung der AbfAblV zum Stichtag 31.05.2005 diese Deponien momentan ein besonderes Augenmerk verdienen. Aus diesem Grund werden auf sanierungsbedürftige persistent, d. h. nicht durch physikalische, chemische oder biologische Prozesse veränderbare belastete Standorte nicht näher eingegangen, obwohl einige Ausführungen – hier sei insbesondere der ökonomische Abschnitt erwähnt – auf diese Deponien grundsätzlich Anwendung finden. |
| Abfallwirtschaft und Deponien nach 2005 aus Sicht einer entsorgungspflichtigen Gebietskörperschaft , Matthias Dorn Für die Abwägung der Entscheidung, eine Deponie nach den 31.05.2005 weiterzubetreiben, das heißt zu dem Zeitpunkt zu dem nur noch behandelte bzw. inerte Abfälle abgelagert werden dürfen, bedarf es vielfältiger Überlegungen. In erster Linie werden die wirtschaftlichen Aspekte in den Vordergrund gestellt. Mit dem Weiterbetrieb und den damit verbundenen Einnahmen wird sicherlich bei mancher Gebietskörperschaft der Zustand erreicht, nicht sofort in die kostenintensive Rekultivierungsphase übergehen zu müssen und gegebenenfalls somit noch etwas Zeit für die hierfür erforderlichen Rückstellungen zur Verfügung zu haben. |
| Aktuelle Entwicklungen im Deponiesektor und die Auswirkungen auf Bayern Ministerialrat Dr. Bruno Kaukal Nur selten wird einem Stichtag einer Rechtsvorschrift so viel Aufmerksamkeit zuteil wie dem Termin 1. Juni 2005. Das reicht von plakativen Artikeln in der Fach- und Tagespresse über nicht immer sorgfältig recherchierte Erhebungen bis hin zu medienwirksamen Events wie etwa einer um die Schicksalsnacht ExTASi“ inszenierten Tagung des Bundesumweltministeriums in Leipzig. Während des 12-jährigen Countdowns sind natürlich auch längere, unbeachtete Phasen durchlaufen worden - quasi im Dornröschenschlaf. Dennoch ist es ein Phänomen, wie eine seit Jahren bekannte und großzügig bemessene Übergangsfrist in der öffentlichen Wahrnehmung plötzlich zum schicksalsschweren Wendepunkt der Abfallwirtschaft mutiert. |
| Deponiegas und Sickerwasser Management der Deponie Im Dienstfeld“, Aurach Dieter Kress Entsprechend den Erfahrungen mit dem Deponiebetrieb und der weiteren Betriebs- und Nachsorgephasen einer Deponie, teilen sich die Problemzonen wie folgt auf und sind entsprechend zu beurteilen, zu koordinieren und zu lösen. |
| Deponien in der Nachsorgephase – Praxiserfahrungen an Bayerischen Hausmülldeponien Dipl. Ing. Wolfgang Huber Derzeit werden in Bayern ca. 50 Hausmülldeponien betrieben. Nach Aussage des LfU im Rahmen einer Fachtagung am 12.10.2004 in Augsburg werden von denen voraussichtlich bis 2009 noch 28 und nach 2009 noch 17 als DK II Deponien weiterbetrieben. Demzufolge wird sich in der Deponiepraxis zukünftig das Augenmerk noch mehr auf die Nachsorge der bereits abgeschlossenen oder kurz vor Abschluss stehenden Deponien richten. |
| SOLARPARK FÜRTH - Der Wandel einer Deponie vom MÜLLBERG ZUM ENERGIEBERG Dipl.-Ing. Johann Gerdenitsch Fürth, mit 112000 EW die zweitgrößte Stadt im nordbay. Städtedreieck betreibt seit 1968 die Deponie Atzenhof. Bis 1999 wurden an dem Standort Haus- und Gewerbemüll, Klärschlamm und inerte Abfälle mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Mio m³ nach den jeweils geltenden Regeln der Deponietechnik abgelagert. |
| Beurteilung kommunaler Altdeponien - Möglichkeiten zur Entlassung aus der Nachsorge aus der Sicht des LfU Jürgen Kohl Der Begriff der Nachsorge für Deponien wurde formal mit Inkrafttreten der TA Abfall 1991 in das Abfallrecht eingeführt ( Oberirdische Deponien bedürfen der Nachsorge“). Für die Deponiebetreiber rechtsverbindlich wurden konkrete Maßnahmen zur Deponienachsorge (z.B. Langzeitsicherungsmaßnahmen“ oder Kontrollen des Deponieverhaltens“) durch individuelle Anordnungen der jeweils für eine Deponie zuständigen Behörde. Erst seit Inkrafttreten der Deponieverordnung (DepV) sind für alle Deponien, die nach dem 01.08.2002 stillgelegt wurden, konkrete Maßnahmen unmittelbar verpflichtend. Mit Änderung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (§ 36 Abs. 5 KrW-/AbfG) vom 02.08.2001 wurde die Möglichkeit der Entlassung von Deponien aus der Nachsorge auf Antrag eingeführt. Dies gilt grundsätzlich für alle Deponien, die nach Inkrafttreten des Abfallgesetzes vom 12.06.1972 stillgelegt wurden. |
| KABUL SANITATION IMPROVEMENT Prof. Dr. Hansjörg Oeltzschner Solid Waste Management: Identification of a new sanitary landfill site, comparative site rating and Environmental Impact Assessment, rehabilitation/final closure of existing dumpsites |
| Ermittlung des Sanierungsbedarfs bei kommunalen Altdeponien durch die Regierung von Niederbayern Prof. Dr. rer. nat. Josef Hofmann Sind Deponien die abfallwirtschaftlichen Umweltsünden aus der Vergangenheit? Diese Frage stellt sich vor allem dann, wenn sich öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, Städte und Gemeinden, Wirtschaftsbetriebe, Behörden und Grundstücksbesitzer mit den Altdeponien vergangener Tage zwangsweise auseinandersetzen müssen. |
| Sanierung des Alten Müllberges“ der Stadt Landshut Dipl.-Ing. Christian Düsel, Der Alte Müllberg“ der Stadt Landshut liegt am Rande der Stadt Landshut, ca. 4 km nordöstlich vom Zentrum der Stadt im Bereich der Isarauen. Die Isar befindet sich in einem Abstand von rund 200 m in westliche Richtung. In südöstlicher Nachbarschaft liegen die Müllverbrennungsanlage und die ehemalige Kläranlage der Stadt Landshut. Im Norden grenzt eine Recyclingfirma an. Zu Wohngebäuden (in Richtung Osten) weist der Müllberg einen Abstand von mindestens 350 m auf. |
| Sanierung der Altdeponie Sigmundskron – Bozen“ in Südtirol Testfelder für die Oberflächenabdichtung Dr.-Ing. Erwin Gartung, Lorenzo Cadrobbi, Georg Simeoni, Martin Weiss Südlich der Burg Sigmundskron auf dem Kaiserberg bei Bozen befinden sich zwei alte Deponien. Die ältere der beiden wurde in der Zeit 1950 – 1964 betrieben. Sie enthält im Wesentlichen Industrieabfälle. 1985 wurde sie mit einem Oberflächen-Abdichtungssystem, das eine Kunststoffdichtungsbahn beinhaltet, versehen. Die Oberfläche der alten Deponie ist in den Böschungsbereichen rekultiviert und begrünt, auf dem Plateau wird sie für verschiedene Zwecke genutzt. |
| Abschluss von Deponien – aktuelle Beispiele; u.a. Anwendung des § 14(6) DepV in Bayern Dipl.-Ing. Christian Daehn Vor einem Jahr beim 15. Nürnberger Deponieseminar wurde versucht, die Auswirkungen der Abfallablagerungsverordnung (AbfAblV) und der Deponieverordnung (DepV) auf die Deponielandschaft in Bayern abzuschätzen. Aufgrund der Beschränkungen für den Weiterbetrieb wird sich in näherer Zukunft verstärkt die Frage stellen, wie Deponien sinnvoll abgeschlossen werden können. Auch wenn die Mehrzahl der Deponien in Bayern zumindest über den 31.05.2005 hinaus weiterbetrieben werden wird und dies für eine große Zahl von Deponien auch noch nach 2009 der Fall sein dürfte, ist damit zu rechnen dass es sich in der näheren Zukunft bei größeren Deponiebaumaßnahmen überwiegend um Oberflächendichtungen handeln dürfte. |
| Oberflächenabdichtungen im Test – Versuchsfelder auf der Deponie Im Dienstfeld“ Dr. Wolf Ulrich Henken-Mellies An Oberflächenabdichtungen werden je nach ihrer Zweckbestimmung und dem entsprechenden zugrunde liegenden Verordnungsrahmen unterschiedliche Anforderungen gestellt: |
| Wirkungsweise von Kapillarschutzschichten für mineralische Oberflächenabdichtungen Prof. Karl J. Witt, Dipl-Ing. Rainer M. Zeh Oberflächenabdichtungen von Deponien und Altlasten sollen über lange Zeiträume hinweg die Infiltration von Niederschlagswasser sowie die Emission von Schadstoffen und Deponiegas auf ein vertretbares Maß begrenzen. Die Regelwerke sehen für Deponieklasse DK 1 rein mineralische Aufbauten vor. Als gleichwertige Alternative zur Kombinationsdichtung werden auch für höherwertige Deponien rein mineralische Dichtungssysteme gebaut. Durch klimatische Einwirkungen unterliegen solche Systeme einer saisonal schwankenden Bodenfeuchte. |
| Mögliche Auswirkungen einer Deponieverwertungsverordnung auf den Einsatz von Abfällen, insbesondere für alternative Oberflächenabdichtungssysteme Dipl.-Ing. Jürgen Schmid, RA in Caroline von Bechtolsheim Ziel der DepVerwV ist es, unerwünschten Phänomenen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrW/-AbfG), nämlich Scheinverwertung, Scheinimmobilisierung und Mülltourismus“ zu begegnen. Die Deponieverwertungsverordnung (DepVerwV) würde – jedenfalls nach dem hier diskutierten, zuletzt veröffentlichten Entwurf vom 17.11.2004 - jedoch auch seriöse Möglichkeiten der Verwertung von Abfällen auf Deponien stark einschränken. |
| Die Berechnung der Temperaturausbreitung unter einem Deponiekörper Dipl. -Ing. Ulrich Sieler In mit organischem Abfall befüllten Deponien entwickeln sich Temperaturen bis in eine Größenordnung von 80°C, die über einen längeren Zeitraum wirken. Im Rahmen einer Studie wurden die Auswirkungen der Einleitung solcher Temperaturen in ein System aus Untergrund und Grundwasser untersucht. Hierzu wurde ein dreidimensionales instationäres Finit – Element Modell entwickelt. |
| Anfangsfestigkeit von mineralischen Dichtwandmassen Prof. Dr.-Ing. Frank Schweitzer, Dipl. -Ing. S. Guhde, Dipl. -Ing. Horst Richter Für mineralische Dichtwandmassen (DWM), die bei Ein- und Zweiphasen-Dichtwänden und Schmalwänden verwendet werden, ist die Festigkeit eine wesentliche Eigenschaft. Sie wird in Eignungsprüfungen und bei der Bauausführung im Rahmen der Qualitätssicherung im Labor an erhärteten Proben aus der Suspension geprüft. Als Standardversuch dient nach /1/ E 3-2 und /2/ E 5-3 der einaxiale Druckversuch in Anlehnung an DIN 18136, der im Probenalter von 14, 28 und 56 Tagen durchgeführt werden soll, um die zeitliche Entwicklung der Festigkeit zu erfassen. |
| Verkürzung der Deponienachsorge durch optimierten Deponiegasaustrag nach dem A3-Verfahren Dipl.-Chem. Jürgen Kanitz Im Bereich der Nachsorge von Deponien kommt der Emissionsminderung die wichtigste Aufgabe zu. Die Emissionen von Deponien sind repräsentativ für das Inventar. Jede Deponie weist zwei Emissionspfade auf: den Gas- und den Sickerwasserpfad. Über den Gaspfad gehen die Abbauprodukte organischer, vorwiegend biogener Inhaltsstoffe ab: Deponiegas, als Gemisch aus Kohlendioxid und Methan. |
