GWF 09 / 2005


Entfernung von Parasiten durch künstliche Grundwasseranreicherung. Erfahrungen aus Forschung und Praxis
Dipl.-Geogr. Ulrike Hütter, Dr. Gudrun Preuß, Dr. Uwe Schoettler, Dipl.-Ing. Ninette Zullei-Seibert
Zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität bei der Aufbereitung von Oberflächenwasser mittels künstlicher Grundwasseranreicherung muss auch die Entfernung von humanpathogenen Parasiten ausreichend gewährleistet sein. Erfahrungen über die Wirksamkeit dieses Trinkwasseraufbereitungsverfahrens wurden durch ein mehrjähriges Messprogramm an verschiedenen Wassergewinnungsanlagen im Bereich der oberen und mittleren Ruhr gewonnen.
Getrennte Erfassung von jodorganischen Röntgenkontrastmitteln in Krankenhäusern
Dipl.-Ing. Claire Pineau, Dr.-Ing. Bernd Heinzmann
Jodorganische Röntgenkontrastmittel (RKM) werden praktisch vollständig und unmetabolisiert innerhalb von 24 Stunden über den Urin der Patienten in das Abwasser emittiert, wobei sich in Berlin das Jodaufkommen zu jeweils 50 % auf Krankenhäuser und niedergelassene Arztpraxen verteilt. Diese polaren, stark hydrophilen und zugleich schwer abbaubaren Stoffe gelangen über die Kläranlagen in die Gewässer,wo sie bereits nachgewiesen wurden. Aufgrund des Vorsorgeprinzips und des Minimierungsgebots der deutschen Trinkwasserversorgung bietet es sich an, sie direkt am Ausgangspunkt aufzufangen, so dass ein Eintrag in den Wasserkreislauf nicht mehr möglich ist.
Entwicklung und Erprobung eines variablen mehrstufigen Aufbereitungsverfahrens für organisch kontaminierte Grundwässer
Dipl.-Ing. Arne Genz, Dr.-Ing. Carsten Bahr, Fabian Reichwald, Professor Dr.-Ing. Martin Jekel, Dipl.-Ing. Klaus Sommer
In einem gemeinsamen Projekt der UIT GmbH Dresden und des Fachgebiets Wasserreinhaltung der TU Berlin wurde ein anpassungsfähiges Sanierungsverfahren für organisch kontaminierte Grundwässer entwickelt. Das mehrstufige Verfahren besteht aus den Schritten Flockung mit Schlammabscheidung im Schwebbettverfahren („High Density Sludge“-Verfahren), Oxidation mittels Wasserstoffperoxid und Adsorption an Aktivkohle und/oder Granuliertem Eisenhydroxid (GEH).
Europäische Liberalisierungstendenzen: Auswirkungen auf die kommunale Wasserwirtschaft in Deutschland
Dipl.-Ing. Nadine Steinbach, M.Sc. Economics Britta Pielen, Dipl.-Ing. R. Andreas Kraemer
Pläne der Europäischen Kommission lassen erkennen, dass die Wasserversorgung nicht länger der kommunalen Selbstverwaltung, sondern vielmehr den europäischen Wettbewerbsregeln und einer möglichen Ausschreibungspflicht unterliegen soll. Eine solche Entwicklung hätte weitreichende Auswirkungen auf das kommunal geprägte System der Wasserversorgung in Deutschland.
Entfernung von iodierten Röntgenkontrastmitteln bei der kommunalen Abwasserbehandlung durch den Einsatz von Pulveraktivkohle
Dipl.-Ing. (FH) Steffen Metzger, Prof. Dr.-Ing. Helmut Kapp, Dr. Wolfram Seitz, Dr. rer. nat. Walter Weber, Dipl.-Ing. (FH) Georg Hiller
Abwasserbehandlung, Pulveraktivkohle, Röntgenkontrastmittel,Trinkwasserversorgung Nach bisherigen Erkenntnissen ist in den üblichen kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen keine signifikante Elimination an Röntgenkontrastmitteln (RKM) gegeben, so dass diese über die Einleitungen von Kläranlagenabläufen in die Oberflächengewässer gelangen. Deshalb wird auf dem Gelände des Klärwerks Steinhäule (Neu-Ulm) seit Anfang 2004 mit Hilfe einer Versuchsanlage abgeklärt, inwiefern sich organische Mikroschadstoffe, wie z.B. auch RKM, durch den Einsatz von Pulveraktivkohle aus dem Abwasser entfernen lassen.
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