GWF 01 / 2008


Angewandte virologische Untersuchungen bei der Bodensee-Wasserversorgung
Saskia P. Danhel, Dr. med. vet. Jürgen Meyer
In Oberflächengewässern ist generell mit dem Auftreten von humanpathogenen, enteralen Viren zu rechnen. Als "Indikatorviren" wurden somatische Coliphagen im Bodenseewasser und zur Überprüfung der Aufbereitungsanlageuntersucht. Halbtechnische Versuche an der Pilotanlage zeigten bei einer Ozonkonzentration von 0,6 mg/l unmittelbar eine Reduktion des Phagen ÖX174 um drei Log-Stufen. Im Bodenseewasser konnten somatische Coliphagen bis 15 pfu pro 50–100 ml nachgewiesen werden. In 6,8 % der Proben wurden somatische Coliphagen ohne einen gleichzeitigen Nachweis von E. coli gefunden. Im ozonierten Bodenseewasser waren in keinem Fall somatische Coliphagen nachweisbar. Die Ergebnisse zeigen, dass humanpathogene, enterale Viren mit großer Wahrscheinlichkeit nicht im Trinkwasser der Bodensee-Wasserversorgung enthalten sind.
Verst√§rkte Biofilmentwicklung in einem Grundwasserförderbrunnen durch den Einfluss von methanhaltigem Grundwasser
Dipl.-Geoökol. Markus Gruber, Dr.-Ing. Bernd Hofmann, Dipl.-Ing. Günter Joachim, Dr.-Ing. Karl Roth, Dr. Bernd Bendinger
Die besondere hydrogeologische Situation im Einzugsbereich eines Wasserwerkes führte während des kontinuierlichen Betriebes eines Vertikalfilterbrunnens zum Eindringen sowohl von sauerstoffhaltigem Grundwasser als auch von methanhaltigem Grundwasser aus unterschiedlichen Zustrombereichen, wie ein umfangreiches Untersuchungsprogramm zeigte. Die gleichzeitige Anwesenheit von Sauerstoff und Methan verursachte im Brunnen eine verstärkte Biofilmentwicklung durch Methan oxidierende Bakterien. Die Ansiedlung von coliformen Bakterien im Biofilm führte zu Befunden von coliformen Bakterien im Stagnationswasser. Nach Kenntnis der Ursachen der verstärkten Biofilmentwicklung konnte der Zustrom von methanhaltigem Grundwasser zum Brunnen verhindert und damit die verstärkte Biofilmentwicklung durch Methan oxidierende Bakterien dauerhaft vermieden werden.
Das Kostendeckungsprinzip in der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und seine Umsetzung im deutschen Recht
Prof. Dr. Michael Reinhardt
Art. 9 Wasserrahmenrichtlinie – Deckung der Kosten der Wasserdienstleistungen – formuliert gemeinschaftsrechtliche Grundsätze, die allge mein als im deutschen Wasserwirtschaftsrecht neu und von weit reichender Bedeutung aufgefasst werden. Bei näherem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass der konkrete Umsetzungsbedarf in der Bundesrepublik angesichts der Konflikte mit dem Subsidiaritäts prinzip, des hohen Abstraktionsgrads und der geringeren Steuerungskraft der Bestimmung weithin überschätzt wird. Der Beitrag versucht, vor überstürzten und unveranlassten Transformationsbemühungen und politischer Instrumentalisierung der Norm zu warnen.
Abklingverhalten von Kühlwasserbioziden im Laborversuch
Stefan Gartiser, Elke Urich
Kühlwasserbiozide werden zur Kontrolle des Biomassewachstums (Fouling) in offenen Kühlwasserkreisläufen eingesetzt. Allerdings sollte die im Kühlsystem gewünschte Hemmwirkung dieser Biozide eliminiert sein, bevor das Kühlwasser in den Vorfluter abgeleitet wird. Versuche zur Elimination von Bioziden im Standversuch mittels des Leuchtbakterientests ergaben, dass Isothiazolinone, QAV und Bronopol mit Zunahme der Inokulumkonzentration aufgrund ihrer Adsorption an den Belebtschlamm deutlich besser eliminiert werden. Beim 2,2-Dibrom-3-nitrilopropionamid (DBNPA) war hingegen die Zunahme der Hydrolyse mit dem pH-Wert geschwindigkeitsbestimmend. Die Elimination von Glutardialdehyd war relativ von der Inokulumkonzentration abhängig. Von den oxidativen Bioziden zeigte Bromchlordimethylhydantoin (BCDMH) nur eine geringe Abhängigkeit von der Inokulumkonzentration. Die Randbedingungen für die Bestimmung von Abklingkurven, über die gemäß Anhang 31 der Abwasserverordnung der Zeitraum festgelegt wird, für den die Abflutung nach einer Stoßbehandlung mit nicht oxidativen Bioziden zu schließen ist, sind daher genauer zu definieren.
Unsicherheiten in der Hochwasserrisikoanalyse am Beispiel der Gemeinden Döbeln und Eilenburg an der Mulde/ Sachsen
Ina Pech, Dr. Heiko Apel, Dr. Annegret H. Thieken, Dr.-Ing. Karl-Erich Lindenschmidt
Durch Hochwasser entstehen vor allem in besiedelten Gebieten hohe Schäden für die Volkswirtschaft. Dabei ist die Höhe der Schäden nicht nur von der Überflutungsdauer und dem Wasserstand Gefährdung), sondern im Wesentlichen von der Art der Nutzung des betroffenen Bereiches (Vulnerabilität) abhängig. Die Bestimmung der Höhe des Schadens und des Risikos (Gefährdung x Vulnerabilität) ist Gegenstand dieser Arbeit. Für die Studie wurden die Gemeinden Döbeln (Freiberger Mulde) und Eilenburg (Vereinigte Mulde) in Sachsen betrachtet. Die Wasserspiegellagenberechnung wurde mit dem 2-dimensionalen hydrologischen Modell LISFLOOD-FP durchgeführt. Die anschließenden Berechnungen basieren auf den ATKIS- und CORINE-Landnutzungsdaten und orientieren sich an vorhandenen Studien zur Risikoanalyse. Es hat sich gezeigt, dass sich die Risiken mit den ATKIS-Landnutzungsdaten besser beschreiben lassen, da diese für eine Analyse im mesoskaligen Bereich eine ausreichende Auflösung bieten.
Zur Hydraulik von Überfall-Entlastungsanlagen mit Vieleck-Grundriss
Prof. Dr.-Ing. Horst M.F. Indlekofer
Hochwasserentlastungsanlagen von Hochwasserrückhaltebecken werden oft im Grundriss in polygonaler Form ausgeführt. Die hydraulische Leistungsfähigkeit in den Eckbereichen solcher Überfallbauwerke ist im Vergleich zur normalen Überströmung vermindert. Es wird ein einfaches Berechnungsverfahren vorgelegt, das diesen hydraulischen Effekt zu berücksichtigen vermag. Mit zwei Berechnungsbeispielen wird seine praktische Anwendbarkeit aufgezeigt.
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