Wasser Wirtschaft 04 / 2008


Europäische Kooperation zum Hochwasserschutz
Dipl.-Ing. (FH) Jörn Heppeler, Dr.-Ing. Peter Heiland, Dr.-Ing. Klaus Dapp
Im Rahmen des INTERREG-Projekts SAFER (Strategies and Actions for Flood Emergency Risk Management) haben fünf Projektpartner aus Deutschland, Irland, Schottland und der Schweiz gemeinsam an Strategien zur Hochwasservorsorge und zum Hochwasserflächen-management gearbeitet. Hauptbestandteil der Projektarbeit war die Erstellung von Hochwassergefahrenkarten. Der transnationale Erfahrungsaustausch hat auch in Baden-Württemberg die Ergebnisse maßgeblich beeinflusst.
GIS-Bearbeitung und Datenmanagement
Erich Mattes
Die im Rahmen von landesweiten, wasserwirtschaftlich relevanten Projekten gewonnenen digitalen Informationen werden von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) zentral verwaltet und über konventionelle Datenverteilung bzw. mittels Web-Services den zuständigen Dienststellen zur Verfügung gestellt. Viele der Eingangsdaten für die Erstellung der Hochwassergefahrenkarten (HWGK) stammen aus diesem zentralen Datenpool. Ziel ist es, alle digitalen Ergebnisse der HWGK-Erstellung in diesen Datenpool zu übernehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine strenge Normierung aller Daten und Datenwege notwendig.
Kartenerstellung und Veröffentlichung der Hochwassergefahrenkarten
Dipl.-Ing. Wolfgang Schillinger, Dipl.-Ing. (FH), MSc (GIS) Marc Geörg (geb. Panczak)
Der letzte Bearbeitungsschritt der HWGK-Erstellung findet bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden- Württemberg (LUBW) statt. Hierbei werden aus den berechneten Wasserspiegellagen und den Geländeinformationen die Karten erstellt. Vor der Veröffentlichung werden Plausibilisierungskarten erstellt, die noch einmal von den Landratsämtern und Kommunen überprüft werden. Schließlich werden dem Nutzer die Ergebnisse auf mehreren Wegen zur Verfügung gestellt.
Qualität trotz Quantität – Qualitätssiche­rung bei Hochwassergefahrenkarten
Peter Zeisler
Mit den Hochwassergefahrenkarten (HWGK) werden im Neckar-Einzugsgebiet, dem baden-württembergischen Projektgebiet von SAFER, und im Anschluss daran landesweit in Baden-Württemberg für rund 12 300 Kilometer Fließgewässer rechtswirksame Kartengrundlagen bereit gestellt.
Erfassung und Bereitstellung der Vermessungsdaten für Hochwassergefahrenkarten
Dipl.-Ing. (FH) Thilo Seitz
Für die durchzuführenden hydraulischen Berechnungen der Hochwassergefahrenkarten (HWGK) im SAFER-Projekt und in Baden-Württemberg wurden umfangreiche Daten über die geometrischen Verhältnisse der Gewässer benötigt. Um eine gleichbleibende Qualität über das gesamte Land zu gewährleisten, musste ein einheitliches Datenformat festgelegt und ein zielgerichtetes Vorgehen entwickelt werden.
Das Projekt Hochwassergefahrenkarten in Baden-Württemberg
Dipl.-Ing. Markus Moser, Dipl.-Ing Jürgen Reich
Die Erstellung der Hochwassergefahrenkarten in Baden-Württemberg gliedert sich in zwei Bearbeitungsschritte. Im Neckar-Einzugsgebiet – der deutschen Projektregion des INTERREG-Projekts SAFER – werden die Karten vorrangig erstellt, erst daran schließt sich die Bereitstellung für das verbleibende Land Baden-Württemberg an. Dieses Vorgehen ermöglicht eine einheitliche und qualitativ hochwertige Umsetzung des anspruchsvollen Kartierungsvorhabens. Die Karten, welche im Wassergesetz Baden-Württemberg verankert sind, erlangen nach ihrer öffentlichen Auslegung weit reichende, rechtliche Auswirkungen.
Bereitstellung von Bemessungskennwerten unter Berücksichtigung von Hochwasserrückhaltebecken als Grundlage für Hochwassergefahrenkarten
Dr.-Ing. Kai Gerlinger
Vom Land Baden-Württemberg werden Hochwassergefahrenkarten (HWGK) für Gewässer mit einer Gesamtlänge von 12 278 km erstellt . Die für die Erstellung der HWGK notwendigen Wasserspiegellagen werden mit hydraulischen Modellen berechnet .Im Zuge des SAFER-Projekts werden derartige Karten für das Einzugsgebiet des Neckars erstellt.
Öffentlichkeitsarbeit im SAFER-Projekt
Dipl.-Ing. Steffi Röder, Ltd. BD Horst Steidle
Die Öffentlichkeitsarbeit im SAFER-Projekt gliedert sich in zwei Bereiche, einerseits die Projektdarstellung, z. B. über Newsletter, Broschüren und Webauftritt, sowie die Vorstellung und Präsentation des Projekts auf nationalen und internationalen Konferenzen. Andererseits die Entwicklung von Kooperationsgemeinschaften in Form von Hochwasserpartnerschaften mit dem Ziel, vor Ort das Gefahrenbewusstsein innerhalb eines Einzugsgebiets zu fördern, betroffene Kommunen einzubinden und Lösungsansätze umzusetzen. Für die Hochwassergefahrenkarten bieten diese eine ideale Plattform um die berechneten Ergebnisse mit Blick auf die örtlichen Gegebenheiten zu überprüfen (Plausibilitätsprüfung).
Hydraulische Berechnungen der Hochwassergefahrenkarten
Dipl.-Ing. Markus Moser, Dipl.-Ing. (FH) Jörn Heppeler, Peter Zeisler, Erich Mattes
Die hydraulischen Berechnungen für die Erstellung der Hochwasser-gefahrenkarten (HWGK) in Baden-Württemberg bilden mit etwa der Hälfte des Gesamtetats das größte Arbeitspaket. Die hydraulischen Berechnungen des Neckar-Einzugsgebiets – welches aufgrund des Zeithorizonts für das SAFER-Projekt prioritär behandelt werden musste – wurden bereits in den letzten beiden Jahren über drei europaweite VOF-Ausschreibungen an Ingenieurbüros vergeben.
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