23. N√ľrnberger Deponieseminar 2012


Deponiesituation in Bayern und Neues aus dem Deponierecht
Karl Drexler
Am 01.12.2011 trat die ‚ÄěErste Verordnung zur √Ąnderung der Deponieverordnung‚Äú in Kraft. Die 1. √Ąnderung der Deponieverordnung (DepV) wurde am 20.10.2011 im Bundesgesetzblatt(BGBl) Teil I Nr. 52 S. 2066ff ver√∂ffentlicht. Zum besseren Verst√§ndnis der √Ąnderungsverordnung steht auf der Homepage des BMU (http://www.bmu.de/abfallwirtschaft/abfallrecht/national/doc/46734.php) die gesamte Deponieverordnung im √úberarbeitungsmodus als Arbeitshilfe zur Verf√ľgung. Zu den f√ľr die Praxis ergebenden √Ąnderungen wird gesondert eingegangen.
Untersuchung einer mineralischen Basisabdichtung nach 30-jährigem Deponiebetrieb
Dr. Wolf Ulrich Henken-Mellies
Fast alle seit den 1980er Jahren gebauten Deponien enthalten eine mineralische Basisabdichtung.Entweder als alleiniges Dichtungselement, oder (vermehrt ab 1993) in Kombinationmit einer Kunststoffdichtungsbahn. Der Bau der mineralischen Dichtung wurde in der Regelmit Qualit√§tspr√ľfungen √ľberwacht; aber nur in wenigen F√§llen wurden zu sp√§teren ZeitpunktenAufgrabungen und systematische Untersuchungen der Qualit√§tseigenschaften der Basisabdichtung vorgenommen.
Analyse von Abfällen unterschiedlich langer Ablagerungsdauer
Prof. Dr.-Ing. Gert Lautenschlager
Im Deponiebereich werden aktuell zwei Themen diskutiert. Zum einen stellt sich die Frage,wann eine Deponie aus der Nachsorge entlassen und mit welchen Ma√ünahmen dieNachsorgephase verk√ľrzt werden kann. Zum anderen wird unter dem Stichwort ‚ÄěUrbanMining‚Äú immer h√§ufiger die Frage aufgeworfen, ob bestehende Deponien k√ľnftig alsRohstoffquellen genutzt werden k√∂nnen. In beiden F√§llen ist die Beschaffenheit derabgelagerten Abf√§lle von entscheidender Bedeutung. Man kennt heute aus zahlreichenUntersuchungen zwar die Zusammensetzung und verschiedene Eigenschaften vonunbehandelt abgelagerten Siedlungsabf√§llen. Wie sich diese Abf√§lle aber nach einer Ablagerungsdauer von 20 oder 30 Jahren darstellen, ist weitaus weniger bekannt.
B√∂den f√ľr Deponiebauma√ünahmen
Dipl.-Ing. Mike Bahl, Dipl.-Ing. Jens Locker
Deutschland ist, wie jedes andere Land auch, gekennzeichnet von unterschiedlichen geologischen Verh√§ltnissen und demzufolge wechselnden Bodenschichten und ‚Äďschichtungen im oberfl√§chennahen Bereich. Einzelne davon stellen wesentliche Baustoffe f√ľr Deponiebauma√ünahmen dar. Die Anforderungen an die verschiedenen Schichten sind in Basisabdichtungen und Oberfl√§chenabdichtungen unterschiedlich. Die geologischen Verh√§ltnisse f√ľr nat√ľrliche geologische Barrieren in Basisabdichtungen werden hier nicht betrachtet.
Bemessung und Ausf√ľhrung steiler Oberfl√§chenabdichtungen mit Geokunststoffen vor dem Hintergrund aktueller Regelwerke
Dipl.-Ing. Christian Niehues, Dipl.-Ing. Katja Werth
Vorliegend wurde anhand der aktuell g√ľltigen Normen und Regelwerke die Bemessung von Deponiedichtungssystemen in steilen B√∂schungsbereichen unter Einsatz von Geogittern aufgezeigt. Erfahrungsgem√§√ü ergibt sich die Notwendigkeit von Geogittern zum Nachweis gegen Gleiten des Dichtungssystems im B√∂schungsbereich bei B√∂schungsneigungen steiler als ‚Č• 21,8¬į (1:2,5) erforderlich werden. Auf die Besonderheiten bei der Ausf√ľrung von Oberfl√§chenabdichtungen mit Geogittern wird hingewiesen. Anhand der Projektbeispiele werden neuralgische Punkte bei der Ausf√ľhrung von steilen Oberfl√§chenabdichtungen identifiziert und L√∂sungen vorgestellt. Durch die BAM sind die Rahmenbedingungen mit definiert, unter denen auch in Zukunft Deponieb√∂schungen mit Bewehrungsgittern aus Kunststoff ausgef√ľhrt werden k√∂nnen.
Ma√ünahmen zur Beschleunigung biologischer Abbauprozesse auf der Deponie ‚ÄöDorfweiher‚Äė
Dipl.-Ing. Daniel Laux, Dr.-Ing. Martin Reiser, Dipl.-Phys. Kurt Lhotzky, o. Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert
Ziel des Pilotprojektes ist es, den Deponiek√∂rper aerob zu behandeln und so eine Entlassung aus der Nachsorge innerhalb eines absehbaren Zeitraumes zu erreichen. Mithilfe des eingesetzten Verfahrens sollen die organischen Bestandteile im Deponiek√∂rper beschleunigt um- und abgebaut werden. Dadurch k√∂nnen Setzungen vorweggenommen und sch√§dliche Deponiegasemissionen gr√∂√ütenteils reduziert werden. Auch ist damit zu rechnen, dass sich die Qualit√§t des Sickerwassers bedeutend verbessert. Parallel dazu k√∂nnen im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Pilotprojekts weiterf√ľhrende Erkenntnisse erarbeitet werden.
Deponier√ľckbau: M√∂glichkeiten, Grenzen, Praxisbeispiele - Vorstellung des DWA/VKU‚ÄďThemenbandes
Prof. Dr.-Ing Gerhard Rettenberger
Ein Deponier√ľckbau verursacht zwangsl√§ufig verschiedene Emissionen und wirkt sich durch die Abgrabe- und Transportaktivit√§ten auf die Umwelt und damit auch die Nachbarschaftaus. Zur Vermeidung von Geruchsemissionen hat sich bei den bisherigen Deponier√ľckbauprojekten der Einsatz eines Systems zur kombinierten Bel√ľftung und Absaugung, ein sogenanntes Geruchsstabilisierungssystems, vor dem √Ėffnen der Deponie bew√§hrt.
Sanierung von Sickerwasserleitungen im Berstlining-Verfahren
Dipl.-Ing. Armin Stegner, Dipl.-Ing. Detlef Löwe
Auf der Basisabdichtung von Deponien sind zur Abf√ľhrung des anfallenden Sickerwassers Entw√§sserungsrohre verlegt. Mangels ausreichender statischer Untersuchungen und wegen des Fehlens geeigneter Rohrtypen auf dem Markt wurden in den Anfangszeiten des geordneten Deponiebaues Rohre aus dem kommunalen Tiefbau f√ľr diese Aufgabe eingesetzt. Diese Rohre, die √ľblicherweise f√ľr √úberdeckungsh√∂hen von 0,5-5 m konzipiert waren, weisen mittlerweile vielfach Sch√§den auf, da die √úberdeckungsh√∂hen im Deponiebau bei einem vielfachen dieser H√∂hen liegen. Aus unterschiedlichen Gr√ľnden sind vereinzelt auch an Neurohren Sch√§den aufgetreten.
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