Erste sichere Nachweise von Schweinswalen im Emsästuar

Schweinswale sind die häufigsten Wale in deutschen Küstengewässern, dennoch ist immer noch wenig über ihre Ökologie bekannt, insbesondere über ihre Häufigkeit und Verbreitung im Emsästuar. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie mit akustischen Unterwassermikrofonen die ersten sicheren Nachweise im Emsästuar erzielt wurden. An fünf Standorten wurden seit Oktober 2009 zwischen Ems-km 37 und 75 Klickdetektoren betrieben. Die Auswertung der Daten zeigte eine Attraktivität des äußeren Ästuars für Schweinswale, bei abnehmender Häufigkeit im inneren Teil des Ästuars.

Schweinswale (Phocoena phocoena) sind zwar die häufigsten Wale der Nord- und Ostsee, dennoch haben die Wenigsten schon mal einen dieser kleinen, zu der Familie der Delphine zählenden Wale zu Gesicht bekommen. Mit ihrer dunklen Körperoberseite und einer flachen dreieckigen Rückenfinne, die beim Atemholen nur kurz die Wasseroberfläche durchstößt, sind Schweinswale relativ unauffällig und somit schwer zu entdecken. Trotz ihrer relativen Häufigkeit war noch im letzten Jahrzehnt nur sehr wenig über ihre Lebensweise bekannt. Durch Meeresverschmutzung, unbeabsichtigte Beifänge in der Fischerei und durch zunehmende Lärmbelastung ist der Bestand an Schweinswalen in der Nordsee gefährdet.
Seit längerem hat sich Deutschland im Rahmen der internationalen Vereinbarungen ASCOBANS verpflichtet, den Lebensraum der Schweinswale zu schützen, die Umweltverschmutzung zu vermindern sowie Forschung, Monitoring und Bewusstseinbildung zu fördern. National sind Schweinswale in der deutschen Nord- und Ostsee eine streng geschützte Art, die auch in den Anhängen der Flora- Fauna-Habitat-Richtlinie aufgeführt ist. Demzufolge stehen Schweinswale im Rahmen öffentlich-rechtlicher Genehmigungsverfahren in Tidenästuaren zunehmend im Focus der Umweltverträglichkeitsuntersuchung. Was dazu unternommen wird, um mittels akustischer Messmethoden die Datengrundlage zum Vorkommen von Schweinswalen und deren Raumnutzung im Emsästuar zu verbessern, soll dieser Beitrag erläutern.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 9 / 2011 (September 2011)
Seiten: 4
Autor: Dr. Uwe Walter
Dipl.-Ing. Stella Mansky

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