Vorgeschriebene und empfohlene Richt- und Grenzwerte bei der Biogaseinspeisung

Biogas, das ins Netz der öffentlichen Gasversorgung eingespeist wird, unterliegt gesetzlichen und empfohlenen Regularien. Neben Eichordnung, PTB- und DVGW-Regeln werden von DVGW-Arbeitskreisen Grenzwerte vorgeschlagen, die den Netzbetreibern auf dem Stand heutiger Kenntnisse
Hinweise geben, um ihrer Produkthaftung nachzukommen. Dieser Beitrag soll den Spagat zwischen diskriminierungsfreier Einspeisung von Biogas und technisch verantwortbarer Limitierung aufzeigen.

Vor dem Hintergrund der veränderten Energiepolitik Deutschlands mit dem geplanten Ausstieg aus der Kernenergie findet eine intensive Suche nach alternativer Energie statt. Vorzugweise wird nach regenerativer Energie gesucht, da der Kohlenstoffdioxidemissionshandel die Bereitstellung der Energie ökonomisch steuert. Biogas stellt neben vielen anderen regenerativen Energien eine Alternative dar. Unter Biogas wird an dieser Stelle methanhaltiges Gas verstanden, das durch Aufbereitung zu dem sogenannten Biomethan aufkonzentriert wird. Biomethan kann durch sehr unterschiedliche Reaktionen aus verschiedensten Substanzen synthetisiert werden. Die Ausgangssubstanz und die anschließenden Reinigungsverfahren sind ausschlaggebend für die Qualität und die möglichen Fremdbestandteile des erzeugten Biogases (Biomethans). Als Ausgangssubstanzen sind heute neben den nachwachsenden Rohstoffen (Nawa- Ro), z. B. Mais oder Roggen, aber auch Gülle, Lebens- und Futtermittelabfälle, Müll, fetthaltige Industrieabfälle, Klärwerksabfälle und vieles andere mehr möglich. Die Erzeugung des Rohbiogases erfolgt heute vorwiegend fermentativ unter anaeroben Bedingungen. Die Zusammensetzung des fermentativ erzeugten Biogases hängt von den verwendeten Bakterien, den Milieubedingungen und den eingesetzten Ausgangssubstanzen ab. Es entstehen grundsätzlich Methan, Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff. Der Methangehalt kann je nach Ausgangssubstanz im Rohbiogas zwischen 40 und 70 Prozent schwanken. Der übrige Anteil ist Kohlenstoffdioxid. Schwefelwasserstoff liegt in der Regel deutlich unter einem Prozent vor. Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz Die einfache Verstromung von Biogas wird zwar vielfach angewendet, ist aber sowohl im Hinblick auf Subventionen als auch unter dem Gesichtspunkt der Energiespeicherung deutlich weniger attraktiv als die Einspeisung in ein Gasnetz der öffentlichen Gasversorgung.



Copyright: © wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH
Quelle: Heft 01 - 2012 (Januar 2012)
Seiten: 3
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Dr. Michael Goschin

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