Auswirkungen der AwSV aus Sicht eines Industriesektors

Stahl ist aus einer modernen Gesellschaft nicht wegzudenken. Er ist mit jährlich 1,4 Mrd. t (2010) der bedeutendste industriell hergestellte Konstruktionswerkstoff weltweit. Die Bedürfnisse der Welt können weder durch metallische Konkurrenzwerkstoffe noch durch Kunststoffe befriedigt werden.

Die Stahlindustrie stellt in Deutschland mit 90.000 Beschäftigten jährlich rund 45 Mio. t Rohstahl und 14 Mio. t Eisenhüttenschlacken her. Sie ist hocheffizient und produziert nachhaltig nach dem Stand der Technik mit geringstmöglichen Umweltauswirkungen. Forschung und Entwicklung werden vorangetrieben, wobei Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit gleichrangig im Vordergrund stehen.
Wenn wir auch morgen noch in Standorte in Deutschland investieren wollen, benötigt die Industrie geeignete Rahmenbedingungen. Seit jeher hat die Stahlindustrie große Anstrengungen unternommen, ihre Nebenprodukte möglichst vollständig zu nutzen. Die derzeitigen Entwicklungen aus Abfallrahmenrichtlinie und Kreislaufwirtschaftsgesetz, aus EBV und AwSV führen aber in die falsche Richtung und drohen etablierte Verwendungsmöglichkeiten bei gleichzeitig fehlenden Deponiekapazitäten zu zerstören. Dies stellt eine existenzielle Bedrohung insbesondere der Elektrostahlstandorte dar.



Copyright: © Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Quelle: Heft 06 - 2012 (Dezember 2012)
Seiten: 9
Autor: Martin Kunkel

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