Der Einsatz von innovativen geophysikalischen Methoden bei der Erkundung von Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren – Fallbeispiele aus der Praxis

Für die detaillierte Erkundung des Untergrundes von Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren sollten neben den punktuellen geotechnischen Aufschlüssen auch flächenhafte oder räumliche geophysikalische Verfahren zur Anwendung kommen. In diesem Beitrag werden anhand von zwei Fallbeispielen die Vorteile des Einsatzes geophysikalischer Verfahren zur Lösung von geotechnischen Fragestellungen gezeigt. Für jedes Beispiel wird ein angewandtes geophysikalisches Verfahren und seine projektspezifische Eignung erläutert.

Nach den Hochwasserereignissen in Sachsen 2002 wurden durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) umfangreiche Hochwasserschutzkonzepte entworfen. Im Rahmen der aktuellen Umsetzung dieser Konzepte werden Hochwasserrückhaltebecken (HRB) geplant, deren geotechnische Erkundung in den Anforderungen der DIN 19 700 und DIN 4 020 geregelt sind. Der Umfang der Erkundung richtet sich dabei nach Art und Bedeutung der Stauanlage. In der DIN 19 700 wird dabei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass konventionelle Erkundungen durch geophysikalische Verfahren ergänzt werden sollen. Vorteil dieser Herangehensweise ist eine Verknüpfung der punktuellen geotechnischen mit den flächenhaften bzw. räumlichen Informationen der Geophysik. Über diese Verknüpfung kann eine wesentlich genauere Datenbasis für die Planung der nachfolgenden Untersuchungen, wie z. B. den gezielten Ansatz von direkten Aufschlüssen erzeugt werden. Der Vorteil der geophysikalischen Verfahren für die Baugrunderkundung liegt insbesondere in der Abgrenzung und Ermittlung von Bodenschichten, Störungen und Schwächezonen sowie der Feststellung der Felsoberfläche. Damit einhergehend ist eine deutliche Verbesserung der Qualität der Baugrunderkundung möglich.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 05/2013 (Mai 2013)
Seiten: 4
Autor: Dipl.-Geophys. Thomas Hohlfeld
Dipl.-Geophys. Thomas Dörrer
Dipl.-Geophys. Dr. Ulrich Serfling

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