Kleientnahme im Deichvorland: Notwendigkeiten und Möglichkeiten

Der Küstenschutz wird in Niedersachsen weitestgehend durch den grünen Deich realisiert. Diese Bauweise hat sich über Jahrhunderte bewährt, doch der dafür erforderliche Kleiboden wird knapp. Ein Baustein zur Lösung dieses Problems ist die Entnahme von Kleiboden im Deichvorland. Das wird seit Jahrhunderten praktiziert und jetzt unter neuen Vorzeichen wiederentdeckt.

Charakteristisches Merkmal des niedersächsischen Küstenschutzes ist neben seiner jahrhundertealten Organisation in verbandlichen Strukturen vor allem der grüne Deich, also der reine Erddeich mit Kleiabdeckung ohne Deckschichten aus Beton oder Asphalt. Die insbesondere in Verbindung mit der Schafbeweidung hohe Widerstandskraft der Kleiabdeckung, die Langlebigkeit und der damit verbundene geringe Unterhaltungs- bzw. Reinvestitionsaufwand und vor allem die hohe Flexibilität dieser Bauweise, gerade auch bei erforderlicher Deicherhöhung und -verstärkung, machen den grünen Deich zur bevorzugten Bauweise an der niedersächsischen Nordseeküste und den Tideästuaren von Ems, Weser und Elbe. Die Kehrseite der Medaille ist der mit dieser Bauweise einhergehende große Bedarf an geeignetem Kleiboden. Die frühen Küstenschützer stellte dieses vor keine größeren Probleme, denn der Kleiboden für den Deichbau befand sich in unmittelbarer Nähe zum Einbauort. Für die damaligen Deichbauer war es über Jahrhunderte selbstverständlich, das Baumaterial im Deichvorland, im oldenburgischen auch „Außengroden“, im ostfriesischen „Heller“ genannt, zu gewinnen. Nach den damaligen Deichordnungen war es sogar vorgeschrieben, die Kleientnahmestellen, die sogenannten Pütten, ausschließlich im Deichvorland anzulegen. Die an die Nordsee mittels Prielsystemen angebundenen Pütten konnten durch Schlickeintrag sukzessive wieder verlanden und standen danach für eine erneute Kleigewinnung zur Verfügung. Im Deichvorland ist der Klei somit eine nachwachsende Ressource.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 09/2013 (August 2013)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: BD Dipl.-Ing. Kai Wienken

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Hochwasserrisikoanalyse auf Basis von 3-D-Stadtmodellen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2020)
Laut dem IPCC Bericht von 2013 wird sich der Klimawandel mit einem globalen Temperaturanstieg von im Mittel 1,7 bis 4,4 K bis zum Ende des Jahrhunderts bemerkbar machen, wobei die gemäßigten Breiten besonders betroffen sind – und womit auch Wasserextremereignisse häufiger werden. Deshalb entwickelte das Forschungsprojekt FloRiCiMo Lösungen für die Hochwasserrisikoanalyse auf Basis von gekoppelten hydrodynamisch-numerischen Modellen und 3-D-Stadtmodellen. Unterstützt wurde das Projekt mit 235 000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Gefährdungsbetrachtung von Speichersystemen in PV-Anlagen durch Wasser und dessen potenzielle Auswirkung auf den Batteriespeicher
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2020)
Speichersysteme in PV-Anlagen können durch Wasser gefährdet werden. Hochwasserereignisse oder urbane Sturzfluten bedeuten ein erhöhtes Risiko, dass diese Anlagen Kontakt mit Wasser bekommen, wofür sie im Regelfall nicht ausgelegt sind. Über die Risiken und deren Beherrschung wird berichtet.

Anpassungsstrategien im Hochwassermanagement zwischen Gerechtigkeit und technischen Möglichkeiten
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (9/2020)
Das Hochwasserrisikomanagement unterliegt einer Vielzahl von verschiedenen Herausforderungen und Entwicklungen, die nicht immer ganz rasch und einfach hydrologisch-hydraulisch gelöst werden können. Durch den sozio-ökonomischen und demographischen Wandel der vergangenen Jahrzehnte hat sich nicht nur die Zusammensetzung der Gesellschaft verändert, sondern auch die Frage gewandelt, welche Ziele das Hochwasserrisikomanagement in der Gegenwart und in Zukunft verfolgen soll und kann.

Umgang mit hohen Grundwasserständen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (9/2020)
Der Umgang mit hohen Grundwasserständen gewinnt im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem Kohleausstieg immer mehr an Bedeutung. Wie wird sich der Grundwasserstand in Siedlungsbereichen bei diesen Fragestellungen entwickeln? Eine Fachinformation des BWK unterstützt Behörden und Planer bei Ihrer Arbeit.

Forschungsprojekt INTEWAR: Hochwasser und Dürre in Kamerun
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (8/2020)
In Kamerun treten klimabedingt immer häufiger Extremwetterlagen auf, die Hochwasser und Dürre verursachen. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung rapide, was dazu führt, dass sich Menschen unkontrolliert in Überschwem-mungsgebieten ansiedeln. Aufgrund der kritischen hygienischen Praktiken kommt es daraufhin immer wieder zu Epidemien in der Bevölkerung. Mit dieser Problematik beschäftigt sich das BMBF-Forschungsprojekt „INTEWAR – Innovative Technologien zur Eindämmung wasserassoziierter Krankheiten“.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...