Anforderungen der Praxis an künftige Regelungen zur Verwertung mineralischer Abfälle

In Deutschland fallen jährlich etwa 250 Mio. t mineralische Abfälle an. Obwohl die Recycling­branche alles unternimmt, um diese Stoffe bestmöglich zu verwerten und in den Wirtschafts­kreislauf zurückzuführen, wird diese Aufgabe bald nicht mehr zu bewältigen sein. Deshalb müssen die notwendigen Weichen zur Sicherstellung der Entsorgung jetzt gestellt werden.

Im Juni dieses Jahres veröffentlichte die Unternehmensberatung Mc Kinsey ihre Studie zur regionalen Entwicklung in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit der Kernaussage, dass man bis zum Jahr 2020 in NRW das Potenzial zur Schaffung von mehr als 310.000 neuen Arbeitsplätzen sieht. Dazu seien jedoch gezielte Initiativen zur Stärkung von Wirtschaftszweigen wie Kreislaufwirtschaft, Stadtlogistik, Handel und Pflege notwendig. Als ein wesentliches Potenzial wurde in der Studie die Zukunftsbranche des „urban mining“, also die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Abfällen bei gleichzeitiger Schonung natürlicher Ressourcen, herausgestellt. Obwohl diese Aussage nur für NRW getroffen wurde, lässt sich dieser Ansatz sicherlich auch auf andere Regionen Deutschlands und Europas übertragen. Von allen Seiten wird einhellig verkündet, dass der Recyclinggedanke oberste Priorität haben soll. Neben der vorbildlichen Mülltrennung gilt Deutschland weltweit als Vorreiter in der Recycling-Technologie. Deshalb wächst sowohl in der Politik als auch bei den Unternehmen die Erkenntnis, dass sich die Recyclingbranche zum großen nationalen Exportschlager entwickeln könnte. Da weltweit die Rohstoffe immer knapper werden, dürfte es künftig immer wichtiger werden, Wertstoffe aus Abfällen zurückzugewinnen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 09/2013 (August 2013)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Wolfgang Marbach

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