Eignung einer Aufstiegsfalle für Makrozoobenthos

Wenn bei der biologischen Funktionskontrolle von Fischaufstiegsanlagen das Makrozoobenthos Bestandteil der Untersuchungen ist, sollten Aufstiegsfallen eingesetzt werden, denn nur sie erfassen den aktiv stromaufwandernden Teil der Wirbellosenpopulation. Hierdurch kann über die Aufstiegsfalle eine Aussage getroffen werden, ob sie einen Korridor zwischen Unter-und Oberwasser darstellten.

Die Errichtung von Querbauwerken hat vielerorts die Durchgängigkeit von Fließgewässern beeinträchtigt. Die Wiederherstellung dieser Durchgängigkeit für Fische findet mittlerweile bei der Entschärfung solcher Aufwanderungshindernisse Berücksichtigung, indem Querbauwerke durch die Anlage von Aufstiegshilfen (z. B. Umgehungsgerinne, Fischschleusen) erweitert und entschärft werden. Über die flussaufwärtige Bewegung von Fischen hinaus ist auch von den meisten der benthischen Makroinvertebratengruppen ein stromaufwärts gerichtetes Wanderverhalten dokumentiert, das der Wiederbesiedlung verarmter Gewässerabschnitte, dem Ausweichen vor negativen Umwelteinflüssen und der Suche nach Nahrungsquellen und geeigneten Fortpflanzungshabitaten dient. Obwohl die Funktionsfähigkeit derartiger Aufstiegshilfen für die Fischfauna in vielen Arbeiten dokumentiert ist, gibt es nur wenige Untersuchungen zur Funktion derartiger Fischaufstiege für das Makrozoobenthos.

Am Marienthaler Wehr nordwestlich des Hamelner Stadtteils Afferde wurde im Herbst 2006 ein Umgehungsgerinne errichtet, mit dem die ökologische Durchgängigkeit der Hamel an diesem Querbauwerk hergestellt werden sollte.

Im Rahmen der Untersuchungen zur Funktionskontrolle des Umgehungsgerinnes für das Makrozoobenthos wurde auch eine Aufstiegsfalle installiert. Damit sollte der Teil der aktiv aufwärts wandernden Wirbellosen erfasst werden. In der Vergangenheit wurde dieser spezielle Aspekt bei Funktionskontrollen kaum berücksichtigt. Die dafür geeigneten Fangeinrichtungen sind sogenannte Benthosboxen und Benthosrohre sowie eine speziell entwickelte Aufstiegsfalle. Letztere kam auch bei dieser Untersuchung zum Einsatz.

Inwieweit Aufstiegsfallen in der hier eingesetzten Bauweise im Rahmen einer Funktionskontrolle für das Makrozoobenthos grundsätzlich geeignet sind und der damit untersuchte Aspekt der Aufstiegserfassung obligatorischer Bestandteil einer Funktionskontrolle sein sollte, wird anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung erörtert. Die Studie wurde von der Stadt Hameln in Auftrag gegeben und durch das NLWKN, Betriebsstelle Hannover-Hildesheim, kofinanziert.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 12/2013 (Dezember 2013)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Biol. Jürgen Rommelmann
Dipl.-Biol. Dirk Drescher

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