Klimadiskussion, Rohstoffmangel, ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Wasser sowie das Vorbild aus der Abfallwirtschaft zwingen dazu, den aktuellen Stand der Abwassererfassung in der Siedlungswasserwirtschaft zu überdenken. Im Hinblick einer zukünftigen praktischen Umsetzung neuer Sanitär- und Ableitungssysteme (NASS) besteht nur dann die Option auf eine flächendeckende Marktdurchdringung, wenn die bestehenden Strukturen weiter genutzt, jedoch durch gelungene technische Erweiterungen aufgewertet werden.
In der Abfallwirtschaft hat sich das Prinzip der getrennten Erfassung von sortenreinen Abfällen durchgesetzt. Nur so können Rohstoffe gezielt zurück gewonnen werden, um damit einerseits Ressourcen zu schonen und andererseits die Kosten der Entsorgung zu reduzieren. In der Abwasserwirtschaft wird diese Herangehensweise bereits erfolgreich im Bereich der Industrieabwasserbehandlung umgesetzt. Die kommunale Siedlungswasserwirtschaft kämpft immer noch mit gemischten Abwasserfraktionen und den damit einhergehenden Problemen, obwohl auch hier Abwässer unterschiedlicher Herkunft individuelle Inhaltsstoffe bergen. So finden sich im Fäkalabwasser, auch bekannt als Schwarzwasser, überwiegend die anthropogen eingetragenen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat und Kalium in einer geringen Verdünnung mit Spülwasser wieder. Gleichzeitig werden Problemstoffe wie Medikamentenreste ebenfalls überwiegend durch das Schwarzwasser eingetragen. Das sogenannte Grauwasser enthält wiederum nur sehr geringe Nährstoffkonzentrationen, dafür mehr Tenside, die über Reinigungsmittel in das Abwasser gelangen. Durch eine getrennte Erfassung dieser unterschiedlichen Fraktionen ließe sich neben einer gezielten und damit auch kostengünstigeren Reinigung auch eine effiziente Nährstoffrückgewinnung umsetzen, die ganz im Sinne des Koalitionsvertrags der neu gebildeten Bundesregierung stünde. Darin wird festgestellt: „Der Schutz der Gewässer vor Nährstoffeinträgen sowie Schadstoffen soll verstärkt und rechtlich so gestaltet werden, dass Fehlentwicklungen korrigiert werden. Wir werden die Klärschlammausbringung zu Düngezwecken beenden und Phosphor und andere Nährstoffe zurückgewinnen.“. Da Technologien zur kostengünstigen Nährstoffrückgewinnung aus traditionellem Klärschlamm zum jetzigen Zeitpunkt nicht verfügbar sind, empfiehlt es sich, den Weg der Stoffstromtrennung in der Siedlungswasserwirtschaft auch im Sinne der neuen Bundesregierung weiter zu verfolgen.
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| Quelle: | Wasser und Abfall 03/2014 (März 2014) | |
| Seiten: | 5 | |
| Autor: | Dipl.-Ing. Susanne Veser Dr.-Ing. Michael Berndt | |
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Aufbereitetes Abwasser - Eine Alternative fuer kommunale Anwendungen?
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2025)
In Bad Oeynhausen verschärfen Dürreperioden Nutzungskonflikte um Trinkwasser. Eine Lösung bietet die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser als alternative Wasserquelle. Das Forschungsprojekt „DigiWaVe“ bereitet die Grünflächenbewässerung mit digitaler, KI-gestützter Steuerung vor. Geplant ist eine Brauchwasserleitung ins Stadtzentrum. Da rechtliche Anforderungen für Bau und Betrieb noch ungeklärt sind, soll ein Austausch aller Akteure Risiken minimieren und die Akzeptanz fördern. In Bad Oeynhausen findet dieser Prozess bereits statt.
Drucklose Membranfiltration in der industriellen Wasseraufbereitung und
Kreislaufwirtschaft
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Bei der Membrantechnik handelt es sich um Verfahren, die reproduzierbar und durch Numbering- Up skalierbar sind. Zudem sind Membranverfahren energetisch günstig, bewährt und besitzen einen kleinen Fußabdruck.
PFAS removal via combination of adsorption on highly selective fluoropolymers and ultrafiltration
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) are a group of several thousand chemicals that are used in a wide range of industrial applications and consumer product (Glüge et al. 2020). The versatile use of PFAS can be credited to the strength of the carbon-fluorine bonds which lead to high thermal and chemical stability and the ability to reduce surface tension (Meegoda et al. 2020).
Abbau von PFAS durch nicht-thermisches Plasma in einem Blasensäulenreaktor
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Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind persistente organische Chemikalien, die zu erheblichen negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt führen. Daher wurden in verschiedenen Richtlinien der EU (Trinkwasserrichtlinie, Vorschlag zur Grundwasserrichtlinie, Vorschlag zur Umweltnormenrichtlinie) Grenzwerte festgelegt.
Abwasserbehandlung und Ressourcenrückgewinnung von Metallen aus
Industrieabwässern
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (12/2024)
Bei der Verarbeitung von Metallen fallen erhebliche Mengen schwermetallhaltiger Abwässer an. Mit der herkömmlichen Reinigungsmethode werden die verschiedenen Abwässer im Werk gesammelt und gemeinsam behandelt. Dadurch entstehen voluminöse Schlämme mit geringen Mengen an Schwermetallen, wodurch sich ihre Verwertung in der Regel nicht rechnet.
