Da kann man doch noch was draus machen! - Eckpunkte für ein Wertstoffgesetz – ökologisch, praktisch und transparent

Für die notwendige ökologische Transformation der Wirtschaft ist neben der Energiewende die Lösung der Ressourcenfrage von entscheidender Bedeutung. Die Abfallwirtschaft ist der zentrale Hebel um auf Produktionsprozesse und Nutzungsgewohnheiten nachhaltig einzuwirken und so den absoluten Ressourcenverbrauch zu verringern und mehr Lebensqualität bei gleichzeitig weniger Rohstoffverbrauch zu erreichen. Unser Ziel muss es daher sein, dauerhaft ein modernes und umweltfreundliches Konzept der Sammlung und Verwertung von Abfällen zu etablieren.

Klar ist: eine moderne Gesellschaft braucht Rohstoffe, um die Produkte des täglichen Lebens herzustellen. Doch vielfach werden Ressourcen einfach nur verschwendet, wenn beispielsweise Produkte mehrfach eingepackt sind oder in überdimensionierten Verpackungen, damit sie größer oder wertvoller erscheinen. Wir müssen sparsam mit unseren Rohstoffen umgehen und diese so lange wie möglich bzw. so oft wie möglich nutzen. Dafür braucht es ressourcenschonendes Produkt- und Verpackungsdesign und bessere Konzepte für den Umgang mit den Wertstoffen in unseren Abfällen als sie heute in der Verpackungsverordnung vorgegeben sind.
Es braucht also im Rahmen einer neuen, ganzheitlichen Ressourcenpolitik ein Wertstoffgesetz, das hohe und dynamisch anwachsende Recyclingquoten für alle Wertstoffe im Müll festlegt. Dieses betrifft nicht nur Plastik und Metalle, sondern auch Elektroschrott, Papier, Glas und Sperrmüll. Diese Quoten müssen dann analog auch für hausmüllähnlichen Gewerbemüll gelten. Denn es ist nicht einsehbar, warum in Privathaushalten mühsam getrennt wird, an Unternehmen aber geringere Ansprüche gestellt werden, ihre Abfälle zu recyceln.
Unser Anspruch an ein neues Wertstoffgesetz ist also: Abfallvermeidung und stoffliche Weiternutzung der enthaltenen Rohstoffe, wo immer es geht, auch wenn dieses zunächst teurer ist als reines Verbrennen zur Beseitigung des Mülls. Erst ganz am Schluss der Nutzungskette soll zukünftig die „energetische Nutzung" oder „thermische Verwertung" der nicht mehr anders nutzbaren Bestandteile des Mülls stehen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 12/2014 (Dezember 2014)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Peter Meiwald
Britta Haßelmann
Franz Untersteller

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