Konzeptionelles Stoffstrommanagement am Beispiel einer Bioraffinerie der zweiten Generation

Angesichts der bereits etablierten Konversionstechniken für nachwachsende Rohstoffe, die sich stetig verbreitende Verwendung und der damit einhergehenden Marktlage, kommt der Nutzung von bisher nicht verwendeten oder ineffizient eingesetzten biogenen, insbesondere lignocellulosehaltigen Rest- und Abfallstoffen größer werdende Bedeutung zu. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Einsatz neuer Technologien zur Biomasseaufbereitung (thermische Desintergration) und Konversion (Hydrothermale Carbonisierung) das Rohstoffpotential bestehender Anlagen beträchtlich erweitert. Durch konzeptionelle Erweiterung eines Demonstrationsbetriebs (landwirtschaftlicher Biogas- und Bioethanolanlage) mit innovativen Konversionsverfahren konnten nach Darstellung verschiedener Verfahrenskombinationen in unterschiedlichen Szenarien die technologischen und ökonomischen Möglichkeiten und Grenzen erörtert werden. Es zeigte sich, dass unter bestimmten Rahmenbedingungen eine ausreichende betriebswirtschaftliche und rechtliche Planungssicherheit für entsprechende Investitionen zur Erweiterung bestehender Anlagentechnik vorhanden ist.

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundvorhabens – „Erweiterung von Brennereien zu Lignocellulose-Bioraffinerien durch Kombination innovativer Konversionstechniken“ – an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe sollten die angestrebten Maßnahmen durch eine Vorkonzeptionierung geprüft werden.

Die Konzeptionierung erfolgte auf Basis eines bottom-up Ansatzes zur Erweiterung einer landwirtschaftliche Biogas- und Bioethanolanlage als Demonstrationsbetrieb (Bioraffinerie der ersten Generation) zu einer sogenannten Lignocellulose basierten Bioraffinerie der zweiten Generation.

Zur Erweiterung der bestehenden Anlagentechnik standen zwei thermochemische Verfahren zur Verfügung. Die sogenannte Hydrothermale Aktivierung (HTA) und die Hydrothermale Carbonisierung (HTC).



Copyright: © DGAW - Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V.
Quelle: 4. Wissenschaftskongress März 2014 - Münster (März 2014)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: M. Sc. Jörg Bittner

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