Kuhdung statt Fracking: Die US-Amerikaner entdecken Biogas als Energiequelle

Die Potentiale für die Nutzung von Biogas sind in den USA riesig. Bislang nutzen aber nur wenige die grüne Energie. Denn in den USA ist Energie günstig zu haben, nicht zuletzt dank Fracking. Einzelne Staaten denken nun um. Eine Perspektive bietet zudem die Nutzung als Treibstoff.

Foto: M. Egbert(16.12.2015) Die Fahrt zur Deponie von Dane County geht durch saubere Dörfer mit frisch gestrichenen Holzhäusern und US-Fahnen in den Vorgärten. Männer in karierten Hemden hocken auf kleinen Traktoren, mit denen sie die weiten Rasenflächen kurz halten. Dane County liegt im Landkreis Madison in Wisconsin. Der idyllische Bundesstaat an den großen Seen nahe der Grenze zu Kanada ist zweieinhalb mal so groß wie Bayern und überwiegend ländlich geprägt.
Schon von weitem ist die öffentliche Deponie an den vielen Möwen und Krähen auszumachen, die über ihr am strahlend blauen Himmel kreisen. Die Deponie boomt. „Wir bauen zurzeit eine Erweiterung von 200.000 auf 300.000 Tonnen“, erklärt Deponiemanager John Welch auf der Baustelle. Ein mit Müll beladener Truck rumpelt an uns vorbei zur Deponie. Der Wind treibt einen beißenden Geruch herüber, als der Lastwagen seine Ladung den Hang hinunterkippt. Bagger und Walzen ebnen den Hausmüll ein. Später wird er abgedeckt und mit Gassaugern bestückt. Schon jetzt stehen fünfzig von diesen unscheinbaren Rohren mit den kleinen Armaturen auf der Deponie. Sie saugen 55 Kubikmeter Methan pro Minute an. Zwanzig Jahre sprudelt diese Energiequelle. Das Methan treibt eine kleine und eine große Biogasanlage mit insgesamt sieben Generatoren an. Die installierte Leistung beträgt immerhin 4,5 Megawatt...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Fair Oaks Farm, Michigan State University, American Biogas Council (ABC)
Autorenhinweis: Klaus Sieg, Hamburg
Foto: M. Egbert



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 12 - Dezember 2015 (Dezember 2015)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 0,00
Autor: Klaus Sieg

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