Wasserqualitäts- und Nährstoffreduktionsziele für die deutsche Ostsee

Anhand eines räumlich-expliziten Ansatzes, der verschiedene Modelle mit aktuellen Messwerten verknüpft, wurden auf der Basis simulierter Frachten um 1880 und des aktuellen Zustandes Referenz- und Zielkonzentrationen für den guten Umweltzustand für die Nährstoffe und Chlorophyll a in den deutschen Küsten- und Meeresgewässern auf Ebene der Wasserkörper bestimmt.

Die Eutrophierung ist nach wie vor eines der größten ökologischen Probleme für die Meeresumwelt. Die Ostsee ist als Bin­nenmeer und bedingt durch den geringen Wasseraustausch mit der Nordsee beson­ders empfindlich gegenüber Eutrophie­rungseffekten. Ausgangspunkt der vor­gestellten Studie war eine Überprüfung der existierenden Referenz- und Zielkon­zentrationen für Nährstoffe und Chloro­phyll für die deutsche Ostsee, ihre Küsten­gewässer und das Einzugsgebiet. Dabei zeigte sich, dass die Grundlage zur Ablei­tung der Referenzkonzentrationen über­arbeitet werden musste, da die damit ver­knüpften Orientierungswerte unrealis­tisch und unerreichbar klein waren. Außerdem waren die existierenden Grenzwerte für Chlorophyll sowie die Nährstoffe Gesamtstickstoff (TN) und Gesamtphosphor (TP) nicht in Überein­stimmung, obwohl sie sehr eng miteinan­der verknüpft sind. Zudem hatten die Ziel­werte für die offene See, die Küstengewässer und die Flüsse keinen Bezug zueinander.

 Die vorgestellten Arbeiten stehen im Kontext der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL),die darauf abzielen, einen guten ökologi­schen Zustand in allen Oberflächengewäs­sern bis 2015 (spätestens 2027) zu errei­chen (WRRL), bzw. den Guten Umweltzu­standes (GES) in allen europäischen Meeresgewässern bis 2020 zu erreichen oder beizubehalten (MSRL). Sie überlap­pen dabei räumlich in den Küstengewäs­sern. Der gute ökologische Zustand ent­sprechend der WRRL basiert dabei auf Re­ferenzbedingungen, die einen hohen Status mit keinen oder nur sehr geringen Störungen durch menschliche Aktivität aufweisen. Der gute Umweltzustand in der MSRL wird über elf qualitative Deskriptoren beschrieben, wobei Deskriptor 5 besagt, dass die vom Menschen verursach­te Eutrophierung auf ein Minimum redu­ziert werden soll. In der 2012 erstellten ersten Anfangsbewertung für die Gewäs­ser der deutschen Ostsee wurde festgestellt, dass 43 von 44 Wasserkörper dem guten Zustand nicht genügen, da die An­reicherung mit Nährstoffen und organi­schem Material noch zu hoch ist.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 12 2015 (Dezember 2015)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: René Friedland
Mario von Weber

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