Einsatz von REA-Gips und Recyclinggips – ein Beitrag zur Ressourceneffizienz

Die deutsche Gipsindustrie ist seit Jahrzehnten Vorreiter im Hinblick auf die Steigerung der Ressourceneffizienz durch Verwendung des sekundären Rohstoffs REA-Gips. Aufgrund der umweltpolitischen Rahmenbedingungen bietet die deutsche Gipsindustrie nun ergänzend ein Konzept an, mit dem insbesondere der aus recycelten Gipsplattenabfällen abgetrennte RC-Gips als weiterer sekundärer Rohstoff wieder zur Herstellung neuer Gipsbaustoffe und -bauprodukte Verwendung finden kann.

Vor dem Hintergrund der zunehmend knapper werdenden Rohstoffe spielt das Thema Ressourceneffizienz sowohl auf europäischer als auch auf deutscher Ebeneeine immer wichtigere Rolle. Die Schonung von Rohstoffressourcen durch Recycling von Abfällen und Herstellung sekundärer Rohstoffe nimmt dabei eine wesentliche Rolle ein. So wird in dem in Überarbeitung befindlichen deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) ausgeführt, dass das Baugewerbe einen wegen seiner großen Massenströme zentralen Sektor bei der Ressourceneffizienz darstellt. Der Bauwerksbestand sei ein bedeutendes Lager von Rohstoffen, die überwiegend dem Recycling und der Wiederverwertung zugeführt werden müssten.

Auch mit dem am 01.06.2012 in Kraft getretenen Kreislaufwirtschaftgesetz (KrWG) vom 24.02.2012 wird in § 6 (Abfallhierarchie) dem Recycling ein höherer Stellenwert als der „sonstigen Verwertung" beigemessen, wobei der Abfallvermeidung die höchste Priorität eingeräumt wird. Des Weiteren wird im Rahmen der in § 23 KrWG geregelten Produktverantwortung der vorrangige Einsatz von verwertbaren Abfällen oder sekundären Rohstoffen bei der Herstellung von Erzeugnissen gefordert.

Die deutsche Gipsindustrie setzt bereits seit Jahrzehnten das Nebenprodukt REA-Gips aus der Entschwefelung von Kohlekraftwerken als hochwertigen sekundären Rohstoff ein und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung – lange, bevor Schlagworte wir Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz die europäische Umweltpolitik prägten.

Darüber hinaus soll mit der als Arbeitsentwurf vorliegenden Ersatzbaustoffverordnung (EBV) der Sulfatgehalt in Recyclingbaustoffen limitiert werden, so dass nur sulfatarme Recyclingbaustoffe auch künftig ein hohes Verwertungspotenzial besitzen. Damit wird auch unter Einbeziehung des kürzlich veröffentlichten Entwurfs der Gewerbeabfallverordung die vorherige Separierung von Gipsabfällen aus den anfallenden Bauabfällen und letztlich das Recycling des enthaltenen Gipses, soweit möglich, gefordert.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 01-02 2016 (Januar 2016)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr.-Ing. Jörg Demmich

Artikel weiterleiten In den Warenkorb legen Artikel kommentieren


Diese Fachartikel könnten Sie auch interessieren:

Behandlung von Steinwolle zur stofflichen Verwertung als Sekundärzumahlstoff in der Baustoffindustrie
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2022)
Durch den Einsatz von künstlichen Mineralfasern (KMF) als Dämmstoff im Bausektor fallen diese bei Rückbaumaßnahmen als Abfälle an. Die Deponierung, als vorrangiger Weg der Entsorgung in Österreich, gestaltet sich aufgrund der niedrigen Rohdichte und geringen Formbeständigkeit des Materials als herausfordernd. Das Projekt „RecyMin“ beschäftigt sich daher mit dem Recycling von KMF und verfolgt dabei die verschiedensten Lösungsansätze, von der innovativen Deponierung bis zum Einsatz in der Zementindustrie (Sattler et al. 2020).

Circularity by Design – Können temporäre Wohnformen nachhaltig gestaltet werden?
© Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben (11/2020)
Die Umweltauswirkungen verschiedener Wirtschaftssektoren sind angesichts der drohenden Auswirkungen des Klimawandels in den Fokus gerückt. Die Baubranche gilt als ein Sektor mit besonders großen Auswirkungen: Nach Angaben der Europäischen Kommission ist der Bau und die Nutzung von Gebäuden in der EU für fast die Hälfte aller gewonnenen Materialien und des Energieverbrauchs, sowie für etwa ein Drittel des Wasserverbrauchs verantwortlich (European Commission 2014). Daher wurde der Bausektor im Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft als einer der vorrangigen Bereiche definiert (European Commission 2015). In diesem Konferenzbeitrag steht temporäres Wohnen, und damit ein Teilbereich des Bausektors im Mittelpunkt. Darunter versteht man die Bereitstellung von Unterkünften für Menschen für einen bestimmten, zeitlich begrenzten Zeitraum an einem bestimmten Ort.

Blick aufs Ganze
© Rhombos Verlag (3/2019)
Die Bewertung der Ressourceneffizienz einer Baukonstruktion wird durch ihren gesamten Lebenszyklus beeinflusst

Wiederverwendung von Bauteilen aus dem Hochbau
© Wasteconsult International (5/2017)
Städte und Gebäude sind Rohstoffminen, in denen große Mengen wertvoller Ressourcen über unterschiedlich lange Zeiträume verbleiben. Neben den üblichen Recylingaktivitäten für überwiegend mineralische Bauabfälle entsteht ein Markt für gut erhaltene gebrauchte Bauteile.

Wiederverwendung von Bauteilen – Beitrag für Ressourceneffizienz und Klimaschutz
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (1/2016)
Kreisläufe schließen, Werte erhalten, Verschwendung reduzieren, Klima schützen – dies sind nur einige Schlagworte, die mit dem Thema Bauteile-Wiederverwendung verbunden sind. Neben ökologischen Auswirkungen und effektiveren Rückbaumethoden werden auch Lösungen zu demontierbaren, nachhaltigen Konstruktionen bei Neubau bedacht werden müssen.

Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

Der ASK Wissenspool
 
Mit Klick auf die jüngste Ausgabe des Content -Partners zeigt sich das gesamte Angebot des Partners
 

Selbst Partner werden?
 
Dann interessiert Sie sicher das ASK win - win Prinzip:
 
ASK stellt kostenlos die Abwicklungs- und Marketingplattform - die Partner stellen den Content.
 
Umsätze werden im Verhältnis 30 zu 70 (70% für den Content Partner) geteilt.
 

Neu in ASK? Dann gleich registrieren und Vorteile nutzen...