Synergien bei der Umsetzung von WRRL und FFH Richtlinie

Maßnahmen zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie unterstützen unter bestimmten Randbedingungen die Ziele der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und umgekehrt. Es bietet sich an, die Umsetzung beider Richtlinien im Verwaltungsvollzug zu harmonisieren. Hierzu sind die Bewirtschaftungsplanung und -umsetzung entsprechend abzustimmen.

Das Ziel der Richtlinie 92/43/EWG des europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie; FFH-RL) ist die Bewahrung oder Erreichung günstiger Erhaltungszustände der nach ihr zu schützenden Lebensraumtypen und Arten. Darunter fallen auch Lebensraumtypen und Arten der Oberflächengewässer. Für die nach der Richtlinie 2009/147/EG geschützten europäischen Vogelarten gilt dies sinngemäß. Neben den artenschutzrechtlichen Vorschriften sind insbesondere die nach beiden Richtlinien auszuweisenden Schutzgebiete, die das kohärente europäische ökologische Netz „Natura 2000" bilden, Gegenstand des Verwaltungshandelns.

Ziel der Richtlinie 2000/60/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik (EG Wasserrahmenrichtlinie; WRRL) wiederum ist es einen guten Gewässerzustand bis spätestens zum Jahr 2027 zu erreichen.

Damit haben die genannten Richtlinien in bestimmten gewässerabhängigen Landschaftsbereichen das gleiche Ziel: Die Erhaltung und Wiederherstellung ökologisch funktionsfähiger, natürlicher Lebensräume als Voraussetzung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Insbesondere im Bereich der Flussauen fallen die Anforderungen der FFH-, der Vogelschutz-und der Wasserrahmenrichtlinie häufig zusammen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 01-02 2016 (Januar 2016)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Gabriele Fillbrand
Dr. Martin Marburger
Peter Stühlinger
Christian Seidel

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