Unterstützung für Kommunen zum Umgang mit Starkregenereignissen

Klimaprojektionen für die Zukunft lassen erwarten, dass Starkregenereignisse zukünftig häufiger auftreten und auch heftiger werden können als heute. Das hessische Projekt „KLIMPRAX – Starkregen und Katastrophenschutz in Kommunen“ wird vorgestellt. Es soll besonders gefährdete Gebiete identifizieren und die Kommunen bei der Vorbeugung gegen Schäden durch Starkregen zu unterstützen.

Wieder einmal sehr launisch zeigte sich die Witterung in Frühsommer und Sommer 2016: zahlreiche Kommunen in Mitteleuropa und insbesondere in Deutschland waren von Starkregenereignissen betroffen und hatten z. T. erhebliche Schäden durch oberflächig abfließendes Wasser. Die Schäden in Deutschland und seinen Nachbarländern summierten sich auf mehrere Milliarden Euro. Die größten Schäden traten aufgrund konvektiver, d. h. nur kurz andauernder, aber heftiger Starkniederschläge auf. Solche Ereignisse werden auch als „urbane Sturzfluten" bezeichnet. Sie kommen häufig unerwartet, sowohl den Zeitpunkt als auch die Heftigkeit betreffend. Leider waren im Zusammenhang mit den schweren Unwettern Ende Mai/Anfang Juni 2016 auch zahlreiche Todesopfer in Deutschland und weiteren Ländern zu beklagen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert Starkregen in drei verschiedenen Stufen und warnt davor, falls folgende Regenmengen voraussichtlich überschritten werden:

  • Regenmengen ≥ 10 mm / 1 Std. oder ≥ 20 mm / 6 Std. (Markante Wetterwarnung),
  • Regenmengen ≥ 25 mm / 1 Std. oder ≥ 35 mm / 6 Std. (Unwetterwarnung),
  • Regenmengen ≥ 40 mm / 1 Std. oder ≥ 60 mm / 6 Std. (Extremes Unwetter).

Überschwemmungen infolge von Starkregen sind nicht mit Hochwasser gleichzusetzen. Hochwasser entsteht zwar ebenfalls häufig infolge von starkem oder langanhaltendem Niederschlag, die Gefährdung einer Kommunen durch Hochwasser kommt allerdings „von unten", d. h. bei Hochwasser steigt der Pegel eines Flusses an und führt in tief gelegenen Gebieten am Fluss zu Überflutungen. Im Unterschied dazu kommt bei urbanen Sturzfluten das Wasser „von oben", d. h. Niederschlagswasser, das oberhalb des betroffenen Geländes gefallen ist und dort nicht versickern konnte, fließt oberflächig in die unterhalb gelegenen Flächen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11 2016 (November 2016)
Seiten: 5
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dr. Heike Hübener
Dr. Andreas Hoy

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