Optimierung von Bewirtschaftungs- bzw. Renaturierungsmaßnahmen im Einzugsgebiet der Barthe zur Verbesserung des Hochwasserschutzes

Für größere Teile des Gewässersystems im Einzugsgebiet der Barthe (Mecklenburg-Vorpommern) wurde eine WRRL-maßnahmenorientierte Konzeptstudie, insbesondere auf Basis hydrologischer und hydraulischer Modellierung, erarbeitet. Im ersten Teil werden Aufgabenstellung Daten und methodische Grundlagen vorgestellt.

Die Barthe und größere Nebengewässer nebst ihren hydrologischen Einzugsgebieten sind in den letzten Jahren in den stärkeren Fokus des Gewässer- und Naturschutzes und des Hochwasserschutzes gelangt. Maßgebende Gründe hierfür sind: 

  • die Umsetzungserfordernisse der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bzw. der entsprechenden Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG), u. a. im Rahmen der Bewirtschaftungsplanung nach § 27 ff. WHG.
  • die Umsetzungserfordernisse europäischer Naturschutzrichtlinien und des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) im Kontext mit dem Natura-2000-Schutzgebietssystem und erforderlicher Managementplanungen
  • die zunehmende Bedeutung des allgemeinen und des speziellen Artenschutzes bei der Gewässerunterhaltung und anderen potenziellen Eingriffen
  • Chance. Natur, ein durch das Bundesamt für Naturschutz gefördertes regionales Naturschutzgroßprojekt, das dem Schreiadlerschutz, aber auch Schutz und Erhaltung wesentlicher Teil der nordvorpommerschen Waldlandschaft dient; dabei wurde bis 2010 ein Pflege- und Entwicklungsplan „Nordvorpommersche Waldlandschaft" einschließlich eines „Sondergutachten Wasserwirtschaft" [1] erarbeitet
  • die offenkundigen Folgen des Klimawandels und damit verbundene, in jüngster Zeit vermehrt auftretende und starke Hochwasser im Barthegebiet (z. B. sogenanntes „Sommerhochwasser 2011" [2, 3]) sowie die in dieser Hinsicht relevanten rechtlichen Möglichkeiten der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) bzw. des WHG.


Vor diesem Hintergrund wurde eine Konzeptstudie beauftragt [4], die auf Basis hydrologischer und hydraulischer Szenarien und unter Einsatz entsprechender Modellierungstechniken zur Ermittlung, Bewertung, Optimierung und Priorisierung von geeigneten und möglichst synergistisch wirksamen Maßnahmen führen sollte. Mit der Einbeziehung wichtiger regionaler Akteure (Landnutzer, Behörden, Verbände) in die Maßnahmenfindung sollten zudem frühzeitig Abstimmungsprozesse initiiert und Partnerschaften für eine konsensuale Umsetzung der Maßnahmen geknüpft werden. Aufgabenstellung, Daten und methodische Grundlagen werden im Folgenden vorgestellt.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 01/02 2018 (Januar 2018)
Seiten: 7
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Steve Bunzel
Dipl.-Ing. Frank Blodow
Dr. rer. nat. Dr. agr. Dietmar Mehl
M.Sc. Matthias Knüppel

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