Das Naturschutzgebiet „Weschnitzinsel von Lorsch“, hat als letzter großer zusammenhängender Grünlandzug zwischen Rhein-Main und Rhein-Neckar eine überregionale Bedeutung für rastende Zugvogelarten. Innerhalb des Naturschutzgebietes wurde 2017 ein historischer Flusslauf durch Umlenkung kanalisierter Trassen reaktiviert.
Im südlichsten Zipfel Hessens fließt die Weschnitz im Landkreis Bergstraße aus dem Odenwälder Mittelgebirge, von Osten nach Westen rd. 30 km durch das Weschnitztal hinab in die Oberrhein-ebene, bis sie nach weiteren 35 km bei Biblis in den Rhein mündet. Ab dem Übergang zur Rheinebene bei Weinheim fließt die Weschnitz fast durchweg im eingedeichten Hochprofil und stark kanalisiert bis zur Mündung in den Rhein bei Biblis. Am Übergang in die Rheinebene bei Weinheim teilt sich das Flüsschen zudem für die nächsten 12 km bis Lorsch in die Neue und Alte Weschnitz. Die beiden Trassen liegen bei rd. 500 m Abstand annähernd parallel zueinander, dabei erhält die Neue Weschnitz in diesem Abschnitt weitere Zuflüsse durch Seitengewässer und Kläranlagen entlang der Bergstraße. Das monotone Gewässerbett ist abschnittsweise gepflastert. Das untere Böschungsdrittel ist durchgehend mit massiver Steinschüttung gesichert. Die letztmalige Ertüchtigung der Deiche an der Weschnitz erfolgte mit dem heute noch sichtbaren Ausbau zur Flutrinne zwischen 1958 und 1968.
Wann genau die ersten Dämme an Weschnitz und Nebengewässern entstanden, ist nicht mehr genau zu datieren. Allerdings erfolgten frühe, von Menschenhand durchgeführte Regulierungen vermutlich bereits zu römisch-fränkischer Zeit mit der Herstellung der 90°-Wende bei Lorsch und dem Einhäuser Dünendurchstich nach Westen zum Rhein hin, was den ursprünglichen Verlauf parallel zum Bergstraßenrand der Oberrheinebene (ehemalige Neckartrasse) bis Trebur erheblich verkürzte. Mit der im 16 Jh. erfolgten Anlage der „Neuen Weschnitz" dürfte die Erweiterung einer bereits vorhandenen Bedämmung erfolgt sein, da die Anlage eines zweiten Flussarmes auf eine Überschwemmungs- bzw. Hochwasserproblematik deutet, welche man mit aufwendigen baulichen Maßnahmen entschärfen wollte.
| Copyright: | © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH | |
| Quelle: | Wasser und Abfall 03 - 2018 (März 2018) | |
| Seiten: | 6 | |
| Autor: | Dipl. Ing. Ulrich Androsch | |
| Die Bibliothek und die Kaufoptionen sind umgezogen zu https://library.wasteculture.com Bereits erworbene Artikel können weiterhin über myASK abgerufen werden. | ||
Ressourcenorientierte Sanitärsysteme für nachhaltiges Wassermanagement
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2025)
Abwassersysteme stehen infolge des Klimawandels und der Ressourcenknappheit vor Herausforderungen. Ressourcenorientierte Sanitärsysteme (NASS) ermöglichen durch eine getrennte Erfassung einzelner Abwasserteilströme (z. B. Grauwasser, Urin) eine gezielte Behandlung und Ressourcenrückgewinnung vor Ort. Zudem können sie bestehende Infrastrukturen entlasten. Praxisbeispiele verdeutlichen aktuelle Anwendungen von NASS. Das Projekt BeReit zeigt, dass eine Urinseparation den Belüftungsbedarf und Spurenstoffemissionen von Kläranlagen reduzieren kann.
Aufbereitetes Abwasser - Eine Alternative fuer kommunale Anwendungen?
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2025)
In Bad Oeynhausen verschärfen Dürreperioden Nutzungskonflikte um Trinkwasser. Eine Lösung bietet die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser als alternative Wasserquelle. Das Forschungsprojekt „DigiWaVe“ bereitet die Grünflächenbewässerung mit digitaler, KI-gestützter Steuerung vor. Geplant ist eine Brauchwasserleitung ins Stadtzentrum. Da rechtliche Anforderungen für Bau und Betrieb noch ungeklärt sind, soll ein Austausch aller Akteure Risiken minimieren und die Akzeptanz fördern. In Bad Oeynhausen findet dieser Prozess bereits statt.
Einsatz eines adaptiven Kennfeldreglers auf kommunalen Kläranlagen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2025)
Steigende Energiekosten veranlassen immer mehr Betreiber von Abwasseranlagen, energetische Optimierungen vorzunehmen. Durch den Einsatz von neuen Reglern lässt sich die Betriebsführung sowohl gleichzeitig hinsichtlich Ablaufqualität und Energiebedarf als auch gezielt auf eine der beiden Zielgrößen verbessern. Der Vergleich eines neu entwickelten adaptiven Kennfeldreglers (AMC) mit einem klassischen PI-Regler macht dies deutlich.
Veränderte Rahmenbedingungen und Handlungsbedarfe in der Wasserwirtschaft durch den Klimawandel in Niedersachsen
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (10/2025)
Veränderungen verschiedener Komponenten im Wasserhaushalt von Niedersachsen durch den Klimawandel werden dargestellt. Resultierende Handlungsbedarfe für einzelne Bereiche der Wasserwirtschaft werden aufgezeigt und erste Schritte von laufenden Anpassungsstrategien exemplarisch vorgestellt.
Wanderwege und Abstieg - Interpretation der Untersuchungsergebnisse aus dem Workshop 2025 aus Sicht eines Wasserkraftbetreibers
© Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (9/2025)
Im Rahmen der Veranstaltung „Ökologie und Wasserkraft“ 2025 der Wasserkraftbetreiber im Donaueinzugsgebiet wurden die Grenzen des technisch Machbaren, aber auch die offenen Fragen zum technischen Fischschutz und Fischabstieg an der Anlage selbst diskutiert. Bei den gewählten Ansätzen zum Erhalt gefährdeter Fischpopulationen, dem Populationsansatz, war wesentlich, sich dem Themenkomplex in einer naturwissenschaftlichen Weise zu nähern.
