Optimierung der Schlammentwässerung mit Siebbandpressen

In umfangreichen Testreihen auf zwei baugleichen, parallel betriebenen Siebbandpressen wurden im Klärwerk Bad Salzuflen Siebbänder mit Gewebebändern und zwei Spiralgliederbandtypen der GKD - Gebr. Kufferath AG im Alltagsbetrieb verglichen. Die Ergebnisse werden vorgestellt.

Das Klärwerk Bad Salzuflen geht in seinen Ursprüngen auf einen Emscherbrunnen im Jahr 1914 zurück. Ab den 1960er-Jahren wurde das heutige Klärwerk im Zuge von Gebietsreformen mit Anschluss von sieben Ortsteilen, zunehmend strengerer Gesetzesvorgaben und fortschreitender Entwicklung der Abwassertechnologie bis 1993 kontinuierlich auf den heutigen Stand ausgebaut. Die jährliche Reinigungsleistung beträgt bis zu vier Millionen Kubikmeter Abwasser und 3.800 t Klärschlamm. Seit Abschluss der Kapazitätserweiterung auf 96.000 Einwohnerwerte (EW) verfügt das Klärwerk über drei Reinigungsstufen, die sich auf einem 100.000 m2 großen Gelände verteilen. Um für anstehende Revisionen oder eventuelle Störfälle gewappnet zu sein, wurden Rechenanlage, Sandfang, Belebungs- und Nachklärbecken jeweils zweistraßig angelegt. Der Ortsteil Holzhausen betreibt eine eigene Kläranlage für 8.000 EW, deren aerob stabilisierter Schlamm an das Hauptklärwerk zur Weiterverarbeitung geliefert wird. Das geklärte Wasser fließt in die Werre, einem Nebenfluss der Weser. Die maximale Reinigungsleistung der Kläranlage beträgt 771 Liter/Sekunde, 2018 lag die Tages-Reinigung im Schnitt bei 6.500 m3 (Bild 1).

Im Zulauf liegt der pH-Wert des Wassers zwischen 7,5 und 8,5. Problematisch ist der Härtegrad von 20 °dH, der an den Siebbandpressen starke Verkalkungen verursacht. Die für Siebbandpressen typischen Lochwalzen setzen sich durch den Kalk zu, der in dem mit einem Druck von 40 bar herausgepressten Trübwasser enthalten ist. Dann fließt das Wasser ins Maschineninnere und verkalkt dort die Komponenten. Per Hochdruckreiniger lassen sich die Kalkablagerungen nicht von den Lochwalzen entfernen. Auch Säure kann zur Reinigung nicht eingesetzt werden, da sie die 22 Zinkwalzen des Walzenregisters beschädigen würde. Ohne Einsatz von Mitteln, die die Kristallisation des Kalks unterbinden, sind die Düsenstöcke binnen drei Wochen so stark verkalkt, dass sie ausgetauscht oder aufwendig gereinigt werden müssen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 11 - 2019 (November 2019)
Seiten: 3
Preis: € 10,90
Autor: Ursula Herrling-Tusch

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