Verwertung von Küchen-, Lebensmittel- und Speiseabfällen – Getrennthaltungspflicht, Hygienisierung, Gärproduktverwertung

Die 20 Mio. t ehemalige Lebensmittel, die in Deutschland anfallen, verteilen sich auf die Herkünfte Gastronomie/Großküchen, private Haushalte und Marktabfälle. Der überwiegende Anteil dieser Abfälle wird in Kompostierungs- und Biogasanlagen ver-wertet. Die hier erzeugten Komposte/Gärprodukte sind als wertvolle Düngemittel, nicht nur für die Landwirtschaft, einzustufen. Bei der Verwertung/Anwendung von ehemaligen Lebensmitteln als Düngemittel sind die Vorgaben des Abfall-, des Vete-rinär- und des Düngerechtes zu beachten.

In Deutschland fallen nach Schätzungen  des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) jährlich ca. 20 Mio. t ehemalige Lebensmittel an. Diese sind u. a. in Speiseresten (ca. 2 Mio. t), getrennt gesammelte organischen Haushaltsabfällen der Biotonne (ca. 9 Mio. t) und in Markabfällen aus der Handelskette (z. B. Einzelhandel) enthalten. Während Biotonneninhalte vielfach in Kompostierungsanlagen Verwendung finden, werden Speisereste und Marktabfälle überwiegend in Biogasanlagen eingesetzt. Die erzeugten Endprodukte (Komposte und Gärprodukte) dienen als organische Dünge- und Bodenverbesserungsmittel zur Schließung von Nährstoffkreisläufen und zur Humusversorgung von Böden. In den RAL-Gütesicherungen der Bundesgütegemeinschaft Kompost werden regelmäßig statistische Erhebungen zu den in  gütegesicherten Biogas- und Kompostierungsanlagen eingesetzten Inputstoffen sowie zu den Vertriebswegen der Endprodukte durchgeführt. Die Abbildungen 1 bis 3 zeigen die derzeitige Situation. 



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 23. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2011 (April 2011)
Seiten: 9
Preis inkl. MwSt.: € 4,50
Autor: Dr. Andreas Kirsch

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