Bioabbaubare Kunststoffe – ein Beitrag zur Förderung der Kompostierung in Deutschland

Bis zu 80 % der Bürger in Deutschland verwenden bisher Zeitung zum Sammeln von Bioabfällen, selbst wenn es unhygienisch ist und die Zeitung leicht durchweicht1. Und das ist nur einer von vielen Beweisen für die hohe Bereitschaft der Deutschen zur Abfalltrennung und damit zur Ressourcenschonung. Kein Wunder also, dass in Deutschland auch die Bioabfalltrennung und Kompostierung im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit entwickelt ist. Trotzdem ist das Potenzial noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Mit Hilfe von bioabbaubaren Kunststoffen kann den Bürgern eine hygienischere Sammlung von Bioabfall ermöglicht werden.

Die BASF hat in 2011 weltweit Projekte initiiert um die Nutzenvorteile und die biologische Abbaubarkeit von Tüten aus dem BASF-Kunststoff Ecovio® zu überprüfen. In Deutschland haben Umfragen ergeben, dass noch viele der Bürgerinnen und Bürger ungern Bioabfall trennen, da oft unangenehme Gerüche entstehen und das Wirtschaften mit schnell durchgeweichten Papierzeitungen oder Papiertüten unhygienisch ist2. Als Folge müssen die Sammelbehälter oft gereinigt werden. Bioabfalltüten aus Ecovio können in großem Maßstab dabei helfen, Kompost sauber und hygienisch zu sammeln und vereinfachen so die Erzeugung von wertvollem Kompost. Nachdem bereits 2009 in Grünstadt, 2010 in Kingston, Kanada und 2011 in Dandenong, Australien die vollständige biologische Abbaubarkeit gezeigt werden konnte, erfolgte 2011 ein Großmengenversuch im Landkreis Bad Dürkheim. Aufgrund positiver Testergebnisse werden dort die Ecovio-Beutel inzwischen dauerhaft verwendet. In Nordamerika werden die Beutel aus bioabbaubarem Kunststoff oftmals begleitend mit der Einführung einer separaten Bioabfallsammlung in einer Kommune angeboten, so zum Beispiel in Houston oder in San Francisco.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2012 (April 2012)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 2,00
Autor: Jens Hamprecht

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