E-Schrottrecycling in Deutschland – Stoffströme, Technik, Kosten

Mit der zunehmenden Diskussion um knappe metallische Rohstoffe, steigt das akademische und industrielle Interesse an der Erfassung und Verwertung von Elektronikaltgeräten. Die Elektroaltgeräte enthalten viele der als kritisch eingestuften metallischen Rohstoffe in einer höheren Konzentration als die natürlichen Vorkommen und sind gleichzeitig der am stärksten zunehmende Abfallstrom in Europa. Im Folgenden werden das Mengenpotenzial, die Funktion und der Gehalt seltener Metalle an den Beispielen Haushaltskleingeräten und Neodym erläutert. Abschließend folgt ein Kurzüberblick zum Stand der Aufbereitungstechnik mit dem Schwerpunkt Energiebedarf und den Rohstoffkosten.

In Deutschland werden jährlich 1,8 Mio. Mg Elektrogeräte in den Verkehr gebracht, entsprechend 22 kg pro Einwohner und Jahr. Die Verkäufe wachsen ebenso verlässlich wie die Entsorgungsmengen. Damit sind Elektro- und Elektronikaltgeräte der am schnellsten ansteigenden Abfallstrom der EU, was mit Umweltauswirkungen und gesundheitlichen Konsequenzen bei unsachgemäßer Entsorgung sowie mit dem Verlust an wertvollen und knappen Rohmaterialien verbunden ist. Gleichzeitig sind Elektronikaltgeräte das „Urbanerz“ der Zukunft, welches zur Deckung des steigenden Bedarfs an seltenen Metallen, d. h. seltenen Erdmetallen, Edelmetallen und strategischen Industriemineralien, genutzt werden muss: Elektronische und elektrische Geräten enthalten neben Eisen, Kupfer und Aluminium eine Vielzahl von seltenen Metallen, wie Edelmetalle (z. B. Gold, Silber, Palladium), strategische Metalle (z. B. Indium, Tantal oder Niob) und seltene Erdmetalle (z. B. Neodym, Yttrium, Lanthan).



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2012 (April 2012)
Seiten: 14
Preis inkl. MwSt.: € 7,00
Autor: Prof. Dr.-Ing. Kerstin Kuchta

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