Wertstoffe im Hausmüll – Potenziale für die Wertstofftonne

Ein Großteil der über die Restabfallbehälter entsorgten Abfälle könnte, zumindest theoretisch, einer Verwertung zugeführt werden, zumal in der Regel die hierfür erforderlichen Wertstofferfassungssysteme schon vorhanden sind. Zusammenfassend ist in Abbildung 1 das im Restabfall enthaltene Wertstoffpotenzial dargestellt. In der Summe belief sich dieses Wertstoffpotenzial (trockene Wertstoffe (verwertbare PPK, Glas, LVP sowie stoffgleiche Nichtverpackungen) und Bioabfälle) auf über 60 Gew.-% des Restabfalls. Bioabfälle im Restabfall, insbesondere von Eigenkompostierern, könnten durch eine konsequente Aufstellung von Biotonnen erfasst werden. Für eine Einführung, Ausweitung und Intensivierung der Bioabfallsammlung durch Erhöhung der Anschlussquote sind durchaus noch Spielräume auf kommunaler Ebene vorhanden. Mit der Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und der Pflicht der Getrenntsammlung von Bioabfällen ab 2015 sowie der Einführung einer Wertstofftonne wird man dem Ziel einer Recyclinggesellschaft ein Stück näher kommen.

Mit der Novellierung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes soll sich die Abfallwirtschaft nun zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft entwickeln. Zentrales Ziel ist hierbei neben der Ausweitung der Abfallvermeidung insbesondere die Steigerung der Wiederverwertung von Abfällen. Hierbei wird erstmalig auch die Vorbereitung zur Wiederverwendung als zentraler Baustein in die fünfstufige Abfallhierarchie integriert. Zudem wird die stoffliche Verwertung (Recycling) gegenüber der thermischen Verwertung (sonstige Verwertung) zukünftig aufgewertet werden. Zentrale Elemente der neuen Kreislaufwirtschaft sind die Steigerung der Getrennterfassung von trockenen Wertstoffen (Wertstofftonne) sowie die Ausweitung der getrennten Erfassung von Bioabfällen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie hoch die vorhandenen Potenziale im Restabfall sind, die gegenwärtig noch einer Entsorgung zugeführt werden. Das Witzenhausen-Institut hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Stoffstromund Abfallanalysen durchgeführt. Auf dieser Grundlage können die Wertstoffpotenziale im Hausmüll differenziert nach verschiedenen strukturellen Einflussgrößen quantifizieren werden. Hierbei stehen Siedlungs- und Bebauungsstruktur, verschiedene Anreizsysteme zur Umsetzung einer verursachergerechten Abfallgebühr sowie das gegenwärtige Angebot an Wertstofferfassungen im Vordergrund.



Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 24. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum - 2012 (April 2012)
Seiten: 13
Preis inkl. MwSt.: € 6,50
Autor: Dr.-Ing. Michael Kern

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