Zertifizierungen im Bereich Umwelt – Biologisch abbaubare Produkte

In den letzten Jahren wurden weltweit die Themen Klimaerwärmung, Ressourcenschonung und CO2-Emissionen in den Fokus der Öffentlichkeit gestellt. In der Europäischen Union folgten daraus Änderungen, z. B. in der Abfall- und der Verpackungsdirektive, mit unmittelbaren Auswirkungen auf Hersteller, Anwender und Endverbraucher. Mit der „Single Use Plastics“-Direktive werden sogar einzelne Materialien, Produkte und Produktgruppen eingeschränkt bzw. verboten. Als Alternativen werden Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen und/oder biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) vorgeschlagen. Hierfür sind bereits harmonisierte Normen und Zertifizierungssysteme vorhanden, die diese Eigenschaften ausweisen. Global entdecken Entscheider aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft die Vorteile zertifizierter Produkte und Verpackungen.

1 Was ist Zertifizierung?

Grundlagen der Zertifizierung sind in der Regel gültige Normen. Diese werden von den Regelsetzern auf nationaler (DIN), regionaler (CEN/CENELEC) oder internationaler Ebene (ISO) entwickelt, mit den interessierten Kreisen diskutiert und veröffentlicht. Inder EU ist es möglich, dass eine solche Norm Teil der Marktzulassung bzw. der Gesetzgebungin der europäischen Freihandelszone darstellt. Solch eine Norm ist dieDIN EN 13432:2000-12 für kompostierbare Verpackungen.

Zertifizierungsstellen für Produktzertifizierungen sind üblicherweise nach DIN ENISO/IEC 17065 von den nationalen Akkreditierungsstellen akkreditiert. Dabei wird der Fokus nicht nur auf den Zertifizierungsprozess selbst, sondern auch auf Kompetenz, Unabhängigkeit, Überparteilichkeit und Neutralität gelegt. Als grundlegende Basis gilt hier die DIN EN ISO 9000ff.-Normenreihe.

In den zugrundeliegenden Zertifizierungsprogrammen werden nicht nur die technischen, sondern auch die organisatorischen Anforderungen öffentlich von den interessiertenKreisen festgelegt. Zur Transparenz dieser Anforderungen sind alle zertifizierungsrelevanten Dokumente frei online verfügbar, sodass Hersteller, Inverkehrbringer, Anwender und Endverbraucher vollständig transparent informiert sind.

Zertifizierung ist somit eine Bestätigung der Erfüllung festgelegter Anforderungen durch eine unabhängige und kompetente dritte Stelle. Gültige Zertifikate sind onlineabrufbar und rückverfolgbar.

Eine weitere Aufgabe der Zertifizierung ist auch die Marktüberwachung der zertifizierten Produkte.

Die Produktprüfungen werden von kompetenten und registrierten Prüflaboratorien durchgeführt. Basis der Prüflaboranerkennung ist die DIN EN ISO/IEC 17025.




Copyright: © Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie GmbH
Quelle: 32. Abfall- und Ressourcenforum 2021 (Oktober 2021)
Seiten: 8
Preis inkl. MwSt.: € 4,00
Autor: Dr. rer. nat. Oliver Ehlert

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